In ihrem schillernden Tierporträt taucht Jutta Person tief in die Natur- und Kulturgeschichte dieser Lebewesen ein, deren Status zwischen Stein, Pflanze oder Tier lange Zeit ungeklärt war. Nicht umsonst schienen Korallen rätselhafte Wechselwesen zu sein, die auf Unterwasserwiesen wuchsen oder als mineralische Wunder der Natur die höfischen Wunderkammern bevölkerten. Jutta Person erzählt von dem Auftritt der Korallen in Literatur und Kunst, zeigt, wie sie als knöchernes Amulett bei der Abwehr des Bösen Blicks halfen, und reist mit uns in die Andamanensee und ans Rote Meer. Eine Expedition in psychedelische Welten - und in die Geschichte und Gegenwart faszinierender Meeresbewohner, die wir angesichts von Korallenbleiche und Riffsterben umso dringender schützen sollten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2019
Rezensent Helmut Mayer lernt bei Jutta Person das Wesen der Koralle kennen, ihre Spuren in Wissenschaft und Kunst und ihre Gefährdung durch die Übersäuerung der Meere. Was Ernst Haeckel, Ovid, Darwin und Marx zu den Blumentieren einfiel, aber auch was die Maler mit ihnen anfing, vermittelt Person dem Rezensenten bündig, elegant Seitenpfade einflechtend und unter Einbezug von Expertenwissen. Eine Galerie und Literaturhinweise beschließen das reichhaltige kleine Buch, freut sich Mayer.
Rezensent Jens Jessen wird ganz traurig zumute beim Lesen von Jutta Persons historischer und kultureller Betrachtung der Koralle. Dass die Tage der hübschen Meeresbewohner durch Überwärmung und Übersäuerung bereits gezählt sind, lässt ihn verzweifeln. Und so wünscht er dem "anregenden", "kenntnisreichen" mit allerhand Quellen hantierenden Buch viele Leser und sich selbst die Energie, der hier einmal mehr veranschaulichten Verarmung der Natur und des Menschen entgegenzuwirken, etwa durch eine Spende für Greenpeace!
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