Mit einem Vorwort von Alberto Manguel und zahlreichen Farbfotografien des Autors. Vier Städte und Landschaften, die teils fernab unserer Lebenswelt liegen und dennoch die Probleme unserer gemeinsamen Gegenwart offenbaren: Ales Steger reist an faszinierende Orte abseits der Touristenpfade, wirft sich ins Getümmel hektischer Metropolen und begegnet berührenden menschlichen Schicksalen. Aus Shanghai berichtet der slowenische Schriftsteller vom Alltag unter Überwachung durch Künstliche Intelligenz. Mit den russischen Solowezki-Inseln betritt er heiligen Boden mit traumatischer Gulag-Vergangenheit. Im sächsischen Bautzen besucht er ein ehemaliges Stasi-Gefängnis und wird mit dem Rechtsruck in Politik und Gesellschaft konfrontiert. Ein weiteres Ziel ist das südindische Kochi. Ein literarischer Lokalaugenschein am Puls der Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2019
Rezensent Tilman Spreckelsen schätzt die Kunst Ales Stegers, die Geschichte eines Ortes an einem bestimmten Tag einzufangen und dem Leser zu vermitteln. Die hier versammelten Tagesberichte aus Kochi, Solowiki am Polarkreis, Schanghai und Bautzen, die der Autor nach dem immer gleichen Prinzip assoziativ und lyrisch erarbeitet, scheinen Spreckelsen ein gelungener Mix aus Kenntnissen, Gehörtem und eigenen Gedanken. Dass sich der Autor jeglichen Urteils und jeder Parteinahme enthält, hält der Rezensent für ein Glück, weil der Zufall und das Unscheinbare so Mitspracherecht bekommen, wie er erklärt, und die Stimmen der Geschichte und der Gegenwart vernehmbar werden.
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