Aus dem Ungarischen von Christina Viragh und Heinrich Eisterer. Das, was nicht oder nicht mehr im Text steht, Auslassungen oder gestrichene Passagen, nennt Péter Nádas "Stumme Poetik". Sie bestimmt, wie wir in einen Text eintreten. Wie verlassen wir ihn wieder? Wie ist das Verhältnis von Beschreibung und Dialog, von Raum und Zeit? Wie gelingt es dem Autor, ein Sprachgebilde plastisch, geradezu dreidimensional zu errichten? Um Struktur, Gliederung, Aufbau, Schichtung geht es auch in Haydn im Plattenbau, historisch-soziologische Betrachtung und zugleich sehr persönlicher Nachruf auf den verstorbenen Freund Péter Esterházy. Das gleiche Verfahren wendet der Autor in In den Farben der Dunkelheit an, diesmal bezogen auf den Wechsel vom analogen Bild zum digitalen, dem die Plastizität von Licht und Schatten fehlt, die Tiefe, das Drama.Einer der großen europäischen Erzähler gibt Einblicke in sein Handwerk, sein Werk, und lehrt uns, Bekanntes mit neuem Blick zu sehen.
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