Herausgegeben von Wolfgang Menzel nach Vorarbeiten von Reinhard Tgahrt. Mit dem vorliegenden Band erscheint nun der erste Teil der Aufsätze Lehmanns; sie werden damit seit langem zum ersten Mal wieder zugänglich. "Bewegliche Ordnung", "Dichtung als Dasein" und "Kunst des Gedichts" lauten die Titel dieser Aufsätze, mit denen der bedeutende Dichter und Erzähler in den beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg Aufmerksamkeit erzielte. Lehmanns Essays, so Theodor W. Adorno, bleiben "nirgends bei einer beschränkten, sei es auch noch so tiefen Aussage stehen", sondern sie erinnern sich "an den Doppelcharakter einer jeden". Der vorliegende Band enthält, thematisch gegliedert, den Großteil des seit den dreißiger Jahren bis zum Tod des Autors 1968 entstandenen essayistischen Werks.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2007
Der Rezensent Harald Hartung freut sich aufrichtig darüber, dass der Naturlyriker Wilhelm Lehmann, einst als Antipode zu Gottfried Benn gehandelt, allmählich aus der Versenkung aufsteigt. Tatsächlich weisen die vorliegenden, im Rahmen einer achtbändigen Gesamtausgabe erschienenen Essays Lehmann als "einen der wichtigsten Exponenten der lyrischen Moderne" aus. Wie der Rezensent erklärt, steht die "schaffende und erschaffende Natur" im Mittelpunkt von Lehmanns poetologischen Überlegungen, jedoch immer in engster Bindung zum Mythos, den Lehmann als "in das Gegenständliche oder rein Sinnliche versunkene Sprache selbst" (Zitat Lehmann) begreift. So manches in diesen Essays dürfte dem heutigen Geist zuwiderlaufen, doch sieht der Rezensent darin eher einen Anlass, Heutiges zu überdenken. Von Lehmann, der selbst von einer Verwandtschaft zwischen Gedicht und Kritik ausging, ist "noch immer zu lernen", so das beschwingte Fazit des Rezensenten.
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