Aus dem Französischen von Jürgen Ritte. Nachdem François Le Lionnais von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Mittelbau Dora verbracht wurde, wo man ihn mit an deren Häftlingen unter anderem zum Bau der V2 Rakete zwangsrekrutierte, gelang ihm nicht nur das Überleben unter schwersten Bedingungen, sondern auch ein Kunststück der besonderen Art. Trotz der unmenschlichen Umgebung lassen er und seine Kameraden Details, ja ganze Werke der Malereigeschichte in vitaler Präsenz vor dem inneren Auge erstehen. Der Text zeugt von der alles besiegenden Kraft der Imagination und einem mit den Mitteln der Kunst gewonnenen Kampf gegen die Vernichtungslogik des Lagers zugunsten der Freiheit des Geistes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2018
Helmut Mayer freut sich über Jürgen Rittes Übersetzung des schmalen Textes von François Le Lionnais aus dem Lager Mitelbau-Dora. Rittes biografisches Nachwort gefällt ihm auch. Im Text kommen die Lagerschrecken nur am Rand vor, erklärt Mayer. Im Zentrum stehen die intellektuellen Mittel des späteren Oulipo-Autors, sich dem Schrecken zu entziehen, namentlich seine Methode, den Mithäftlingen bekannte Kunstwerke möglichst genau zu beschreiben. Ein schönes Buch in einer ebenso schönen Reihe, findet Mayer.
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