Stöbern nach Themen

Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Kopfüber auf schwarze Limousinen montiert

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

14.09.2013. Auch bei der SPD gab's Ende der Sechziger hässliche pädophile Verstrickungen, enthüllt die taz.  Wer ist hier eigentlich der Souverän, die Geheimdienste? So die Frage der SZ nach neuen Enthüllungen über die internationale Kooperation von NSA und Verfassungsschutz. Der Blobfish ist nicht so hässlich, wie er aussieht, berichtet das Blog des Smithsonian. Für die NZZ schreibt Michael Krüger über den neuen "Heimat"-Film von Edgar Reitz. Die Welt mag sich mit dem Burkini nicht abfinden.

TAZ, 14.09.2013

Nina Apin und Astrid Geisler untersuchen auf drei Seiten die pädophilen Verstrickungen der SPD, die zumindest in einem Fall alles "übertrifft, was die Recherchen über pädophile Verstrickungen von Grünen und FDP bisher ans Licht brachten". Hauptperson ist der renommierte Sexualwissenschaftler Helmut Kentler, der 1969 in Berlin, mit Genehmigung der SPD-geführten Senatsverwaltung für Jugend, ein pädagogisches Modellprojekt gründete, bei dem schwierige Jugendliche als Pflegeväter vorbestrafte Pädo-Täter zur Seite gestellt bekamen. In der Begründung hieß es über einen der Jugendlichen, sein "Vorteil war, dass er gut aussah und dass ihm Sex Spaß machte; so konnte er pädophil eingestellten Männern, die sich um ihn kümmerten, etwas zurückgeben." Bei Nachfragen unter Wegbegleitern wird gemauert: "Was bringt es, diese Sache ausgerechnet jetzt noch einmal zu thematisieren? ... So melden sich jene zu Wort, die damals, in den wilden langen 68ern die schonungslose Aufarbeitung der Geschichte forderten. Die alles so viel besser machen wollten als die verklemmte, sprachlose Elterngeneration. Doch auch sie, Eltern jetzt und Großeltern, werden sprachlos, versuchen abzuwimmeln."

Zudem sprechen die beiden Autorinnen mit dem Politologen Stephan Kleche, der die Pädo-Solidarität innerhalb der Grünen unter anderem auch im taz-Archiv erforscht. Zwar attestiert er dem Blatt, seinerzeit zu den wichtigsten Medien für deren Debatten gezählt zu haben. Jedoch: "Die redaktionelle Linie bestand darin, alles zuzulassen. ... Die taz war derart anarchisch strukturiert, dass sich neben den Pädophiliebefürwortern auch immer wieder die Gegenseite im Blatt fand. Beide Positionen standen relativ unkommentiert nebeneinander."

Außerdem: Felix Dachsel erinnert in einem Essay über das Sprechen über den Krieg an den rot-grünen Militäreinsatz im Kosovo. Andreas Fanizadeh geht (unter Zuhilfenahme von Edgar Wolfrums Studie "Rot-Grün an der Macht") die Schröder/Fischer-Jahre durch, nur um am Ende bei einer Kritik der heutigen Totalopposition der Linken und der parteiübergreifenden Untätigkeit in Sachen Syrien zu landen. Julian Weber spricht mit den Goldenen Zitronen unter anderem über die Anti-Gentrifizierungskämpfe in Hamburg. Ines Kappert legt mit gerümpfter Nase Femen zu den Akten und hält statt dessen die Performancekunst von Valie Export hoch. Die Profilerin Christiane Schaser erzählt im Gespräch mit Alem Grabovac aus ihrem Arbeitsalltag. Wolfgang Thierse schreibt den Nachruf auf den Schriftsteller Erich Loest.

Besprochen werden Marla Blumenblatts Retropop-Album "Immer die Boys" und Bücher, darunter Peggy Adams Comic "Luchadoras" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Und Tom.

nach oben

NZZ, 14.09.2013

"'Die andere Heimat' ist eine Elegie auf die für immer verschwundene Zeit, schreibt Verleger und Autor Michael Krüger, der Edgar Reitz' neues "Heimat"-Prequel schon gesehen hat und melancholisch wird beim Anblick einiger Hunsrücker Bauern, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Brasilien aufbrechen: "Auf seine unaufgeregt-eindringliche Weise macht der Film deutlich, welche entsetzlichen Opfer gebracht werden mussten, um auf das ersehnte Niveau unserer entsinnlichten, plastifizierten, ausgeleuchteten Lebensform zu kommen."

Außerdem in Literatur und Kunst: Andreas Kilcher liest neue Kafka-Briefeditionen. Der Psychiater Daniel Hell stellt einige Überlegungen zum Zeit-Erleben "in kultursoziologischer und psychiatrischer Perspektive" an. Angelika Overath betrachtet Paul Gauguins Gemälde "Jakobs Kampf mit dem Engel oder Vision nach der Predigt".

Sehr schön schreibt Samuel Herzog im Feuilleton über die Kunstbiennale in Istanbul, die allerdings nach den Gezi-Protesten eher in Innenräumen stattfindet und nicht allzu viel Stadtbezug bietet. Dafür fand er in einem Film von Jorge Galindo und Santiago Sierra Bezug zu Madrid: "Die Künstler haben riesige Porträts von König Juan Carlos I. und den sechs Ministern seit dem Ende der Franco-Zeit kopfüber auf schwarze Limousinen montiert, die sie wie bei einem Staatsbegräbnis durch Madrid fahren lassen - dazu erklingt (im polnischen Original) 'A las barricadas', der wohl wichtigste Song der Anarcho-Syndikalisten im Spanischen Bürgerkrieg."



Beatrix Langner schreibt den Nachruf auf Erich Loest. Besprochen weren eine Dramatisierung von Kafkas "Prozess" in Zürich und Bücher, darunter Gedichte von Klaus Merz.

nach oben

Welt, 14.09.2013

Wenig diskutiert wurde über das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das muslimische Mädchen verpflichtet, am Schwimmunterricht teilzunehmen und ihnen nahelegt, zur Not dabei "Burkini" zu tragen, ein Kleidungsstück mit dem sich Eckhard Fuhr nicht abfinden mag: "Wer nun Burka und Bikini zu Burkini zusammenfügt, der will das Unvereinbare miteinander verbinden. Von dem Verhüllungszwang wird nichts zurückgenommen. Aber mit der Endung 'ini' bekommt das so einen harmlos-lustigen Multikulti-Dreh. Das geht doch alles, der Koran und die Koedukation, die Scharia und die Schulpflicht. Ich finde, das geht gar nicht."

Weitere Artikel: Wie jede andere Zeitung hat auch die Welt den kulturhistorischen Reflex bei Peer Steinbrücks Stinkefinger, dessen Exegese in diesem Fall Michael Pilz zufällt. Inga Pylypchuk beobachtet Viktor Jerofejew beim Literaturfestival in Berlin. Kolja Reichert berichtet von der Istanbul Biennale. Tim Ackermann geht mit John Baldessari im Borchardt Schnitzel essen.

Sven Felix Kellerhoff schreibt den Nachruf auf Erich Loest, der sich in einem Leipziger Krankenhaus im Alter von 88 Jahren das Leben nahm. Hier spricht Loest über die Kontinuität zwischen Hitlerjugend und FDJ:



In der Literarischen Welt empfiehlt Thomas Schmid Christopher Clarks monumentale Studie "Die Schlafwandler" über die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs, um "endlich die erste große Tragödie des 20. Jahrhunderts zur Kenntnis zu nehmen". Fritz J. Raddatz liest Andrea Stolls Ingeborg-Bachmann-Biografie. Thomas David unterhält sich mit James Salter, der nach langer Zeit einen neuen Roman vorlegt. Besprochen werden außerdem Terézia Moras neuer Roman "Das Ungeheuer", Shani Boianjius Roman "Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst" über Frauen in der israleischen Armee, der Briefwechsel zwischen Hans Blumenberg und Jacob Taubes und ein Jimi-Hendrix-Buch.

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

nach oben

Aus den Blogs, 14.09.2013

Bodo Mrozek kommentiert in seinem Blog das zweite Aufregerthema dieses Wahlkampfs nach Angela Merkels schwarz-rot-goldener Kette, Peer Steinbrücks Stinkefinger auf dem Cover des SZ-Magazins: "Aus zeithistorischer Perspektive muss man aber wohl oder übel davon ausgehen, dass Peer Steinbrück seinen Körper mit einer einzigen Geste in eine lange popgeschichtliche Tradition eingeschrieben hat."


Wirklich nicht schlecht:



King Krule - "Easy Easy" from Foundation Content on Vimeo.

nach oben

FAZ, 14.09.2013

In dieser Saison eröffnet eine ganze Reihe von Ausstellungen, die Kunst von Frauen erforschen, unter anderem die Ausstellung "Künstlerin sein!" im Frankfurter Museum Giersch, berichtet Julia Voss: "In den häufig hervorragend recherchierten Katalogen liest man über die Vereine, Netzwerke oder Galerien, die Frauen bereits im 19. Jahrhundert gründeten; die privaten Malschulen, die sie besuchten, die Ateliers, die sie sich teilten, die Ausstellungen, die sie organisierten. Stein für Stein setzt sich ein neues Epochenbild zusammen." (Bild: Maria von Heider-Schweinitz "Kleine Jüdin" (1938).

Weitere Artikel: Sabine Brandt schreibt den Nachruf auf Erich Loest. Andreas Rossmann erzählt, wie die Stadt Wuppertal das Fuhlrott-Museum, ein Naturkundemuseum, sterben lässt, um Geld zu sparen. Der Datenschützer Gerd Billen sieht Prism auch als Folge der "Gratiskultur" im Netz: "Unsere Daten sind das unsichtbare Geld: Wir zahlen, wissen aber nicht, wie viel und an wen." Auf der letzten Seite stellt Beatrix Schnippenkoetter Fragen an Marie Marcks, die bekannte, heute neunzigjährige Karikaturistin und ihre gleichnamige Enkelin Marie C. Marcks.

Besprochen werden Ereignisse des Bruckner-Festes in Linz, Fatima Abdollayhans Dokumentarfilm "Freedom Bus" über die ägyptische Revolution und Bücher, darunter Mohsin Hamids Roman "So wirst du stinkreich im boomenden Asien" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Für die Frankfurter Anthologie liest Wulf Segebrecht Ludwig Steinherrs Gedicht "Im Bamberger Dom:

Das steinerne Mädchen
mit den sanften Locken
und dem Kleid das auf der Haut klebt
wie nach einem Platzregen
ist die Synagoge -
Eine Augenbinde trägt sie (...)"

nach oben

Aus den Blogs, 14.09.2013

"I don't know how other poets imagine their muses, but mine is an Italian cookbook", schreibt Charles Simic im Blog der New York Review of Books, und er erinnert sich, wie er dieser Muse das erste Mal begegnete: "In August 1956, I found a job at the Chicago Sun-Times and a small apartment near Lincoln Park. I had a high school diploma, but no money to go to college except at night. I ate mostly in greasy spoons until a fellow I worked with took me to a Chinese restaurant and eventually to an Italian one. Before I go any further, let me say that waiters make all the difference in Italian restaurants. They are curious: Who's this kid eating with such a huge appetite and always leaving a good tip? They'd chat with me and comment on the dishes I ordered. In time they become my professors in what turned out to be a life-long study."

(via BoingBoing). Er sieht ein bisschen traurig aus, aber den Blobfisch zum hässlichsten Tier der Welt zu wählen, wie gerade geschehen, ist total gemein. Traurig sieht er nämlich nur aus, weil er grob aus der Tiefsee geholt wurde, deren Druck ihm normalerweise ein total stromlinienförmiges Aussehen gibt, erzählt Colin Schultz im Blog des Smithsonian. "Honestly, we think that droopy blobfish up there is actually holding up alright considering everything it's been through. Psychrolutes marcidus are a deep water fish that live off the coast of Australia, somewhere between 2,000 and 4,000 feet beneath the waves. Down there, the pressure is up to 120 times higher than it is at the surface. You wouldn't want to be down there without an intense submarine. And, likewise, the blobfish really doesn't like being up here."

nach oben

SZ, 14.09.2013

Nicht nur der BND, auch der Verfassungsschutz "liefert regelmäßig vertrauliche Daten" an die NSA, berichten Christian Fuchs, John Goetz und Frederik Obermaier online. "Das geht aus einem Geheimdokument der Bundesregierung hervor, das dem Norddeutschen Rundfunk und der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Laut dem Papier übermittelte das Bundesamt allein im vergangenen Jahr 864 Datensätze an die Amerikaner." Pikant daran ist, so die Autoren, dass der Verfassungsschutz ein Inlandsgeheimdienst ist.

Online gestellt ist außerdem ein Artikel von Heribert Prantl, der in der gestrigen Printausgabe die Folgen der totalen Überwachung skizziert: "Die freie Kommunikation ist .., so hat es das Bundesverfassungsgericht beschrieben, eine 'elementare Funktionsbedingung eines auf Handlungsfähigkeit und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger begründeten freiheitlichen Staatswesens'. Waren die Richter, als sie das formulierten, so etwas wie die Minnesänger der alten, der vergehenden Epoche? Wenn sie recht haben... wäre das ein Kennzeichen für die Umwandlung der Gesellschaft: in einen neuen Absolutismus, der von geheimdienstlicher Souveränität getragen wird."

Im Feuilleton berichtet Catrin Lorch von verregneter Stimmung hinter den Kulissen der Istanbuler Biennale. Zwar zeige man sich oberflächlich gentrifizierungskritisch, habe aber die Familie Koc, eine einflussreiche Dynastie im Land, als Hauptsponsor: "Die Situation wirkt doppelzüngig: Man beklagt, dass die Biennale ihr angestammtes Ausstellungsgebäude Antrepo im Hafen aufgeben muss, weil dort womöglich ein Grandhotel hochgezogen wird; aber das geplante Museum der Koc-Foundation ist im Netz als 6000 bis 8000 Quadratmeter umfassender Riesenklotz zu bestaunen, der inmitten des steril bereinigten, ehemaligen Künstlerviertels Beyoglu aufragt."

Außerdem: Helmut Böttiger schreibt den Nachruf auf den Schriftsteller Erich Loest. Thomas Steinfeld besucht die Messe des Steinpilzes in Italien, die ihm zu geistvollen Anmerkungen Anlass bietet.

Auf der Medienseite berichtet Joseph von Westphalen von seiner Selbsterfahrung als von der GfK ausgewählter Statistikfernsehgucker, was eine gewisse Überwachung und eine Mengel Kabel im Wohnzimmer impliziert und dennoch wie ein Riesenfake auf ihn wirkt: "Da immer mehr zeitversetzt ferngesehen wird, ist die als hochmodern gepriesene Abhörelektronik längst ein unzuverlässiger, veralteter Hut." Und in seiner Kolumne für die Abendzeitung rät Westphalen den bayerischen Wählern: "Seien wir doch mal für eine Überraschung gut."

Besprochen werden die Ausstellung "Traum-Bilder" in der Pinakothek der Moderne in München, die Ausstellung "Afritecture" im Architekturmuseum München und Bücher, darunter Peter Handkes "Versuch über den Pilznarren" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

In der SZ am Wochenende blickt Annette Ramelsberger beim NSU-Prozess in ein scheinbar irrsinnig gewordenes Land. Außerdem erinnert Ronen Steinke an die historische Syrienkrise von 1860.

nach oben

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons