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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

So verstörend tief

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

13.09.2013. Alle Zeitungen trauern um Otto Sander. Ihm gelang es, noch das Berlinische zu sublimieren, meint die Welt, und zwar mit "Sternschnuppenleichtigkeit", findet die FAZ. Geht mit dem Roaming auch gleich die Netzneutralität drauf, fragt zeit.de. Die Parteien lockern im Wahlkampf ihre Auffassung vom Urheberrecht, beobachtet Netzpolitik. Design wird ausgerechnet in Designmuseen falsch präsentiert, meint der V&A-Kurator Kieran Long in Dezeen. Die NZZ kritisiert die Luxuswahlverweigerer Peter Sloterdijk und Harald Welzer.

Welt, 13.09.2013

Otto Sander gelang es, noch das Berlinische zu sublimieren, meint Reinhard Wengierek: "Die feine Schnoddrigkeit, die schlurfige Gelassenheit, sein scheu gegrummeltes, höheres 'Det wird schon', seine alles Daseinstragödische lax mit Komik wegwischende Art, das passte schon sehr zu Berlin... Dazu passte auch sein 'zusammengestürztes Gesicht', wie der ihm sonderlich zugetane Dichter Botho Strauß befand. Diese 'Zwetschge der Untröstlichkeit'."



Weitere Artikel: Trotz mancher Reibereien und Schrullen hat Gérard Mortier seinen verfrühten Abgang im Teatro Real von Madrid nicht verdient, findet Manuel Brug. Dankwart Guratzsch besucht die neu wieder aufgebaute, aber ihre Verletzungen vorzeigende Schlosskapelle in Dresden, wo einst Heinrich Schütz wirkte. Marco Frei bilanziert das Festival von Luzern. Elmar Krekeler liest Carl Nixons Krimi "Settlers Creek".

Besprochen werden Leon de Winters Roman "Ein gutes Herz" und Arnaud des Pallières Verfilmung des "Michael Kohlhaas" mit Mads Mikkelsen.

Stichwörter: Otto Sander, Botho Strauß

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Aus den Radios, 13.09.2013

Der Bayerische Rundfunk hat den Schriftsteller Don DeLillo besucht. Entstanden ist dabei ein fast einstündiges Feature: Zum Nachhören hier (Direktlink, ca. 50mb).

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Aus den Blogs, 13.09.2013

Design wird ausgerechnet in Design-Museen falsch wahrgenommen, meint Kieran Long, Kurator des Victoria & Albert Museums in einer neuen Kolumne für das Desingblog Dezeen: "In our China gallery, for very good institutional reasons, there are no contemporary, mass-produced objects. The twenty-first century is represented by artisanal glass and works of conceptual furniture design: the museum is more or less silent on the era of extraordinary Chinese manufacturing we are living through. Dezeen has a similar emphasis: while the site is catholic in its tastes, the anonymous, the mass-produced and the semi-designed are suppressed in favour of the work of a fairly coherent group of designers."

Medienprofessor Robert W. McChesney sucht in einem Buchauszug, den Vocer veröffentlicht, die Zukunft des Journalismus im Netz und findet keine - außer vielleicht einer: "Es gibt wohl keinen besseren Beweis, dass der Journalismus ein öffentliches Gut ist, als die Tatsache, dass es kein Finanz-Genie in Amerika gibt, das herausgefunden hat, wie man damit Geld machen kann. Der Vergleich zur Bildung ist auffällig. Wenn Manager die Logik des Marktes auf Schulen anwenden, wird das fehlschlagen, denn auch Bildung ist ein öffentliches Gut und kein Geschäft."

Open Democracy stellt Musopen vor, eine gemeinnützige Organisation in Kalifornien. Sie bewahren Noten auf und Einspielungen klassischer Musik, bei denen die Urheberrechte abgelaufen sind, und stellen sie auf ihre Webseite. Gerade eben haben sie eine Kickstarter-Kampagne gestartet, um alle Chopin-Stücke einspielen zu lassen, die dann zur freien Nutzung online gestellt werden: "If the campaign reaches its goal of raising $75,000 (it's already at $34,748), Musopen will work with talented musicians to 'preserve indefinitely and without question everything Chopin created.' They will record performances of 245 Chopin pieces in both 1080p video and 24 bit 192kHz audio, and then release them all into the public domain."

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Twitterfeed der Verlage

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Weitere Medien, 13.09.2013

Die neue Verordnung von EU-Kommissarin Neelie Kroes will das Roaming abschaffen. Hinter dieser frohen Botschaft verbirgt sich allerdings die Nachricht, dass die Netzneutralität gleich mit flöten geht, berichtet Angela Gruber auf Zeit online: "Am Donnerstag wies Kroes alle Gerüchte über interne Streitigkeiten als falsch zurück, obwohl ein Brandbrief der EU-Generaldirektion für Justiz an Kroes öffentlich geworden war. In diesem steht sinngemäß, dass Kroes' Verordnung die Informations- und Meinungsfreiheit der Bevölkerung gefährde. Kritik übte auch der fraktionsfreie EU-Abgeordneten Martin Ehrenhauser: 'Die vorgeschlagenen Regeln führen unweigerlich zu einem Zweiklasseninternet', sagte Ehrenhauser."

Bei Bloomberg Businessweek bedankt sich David Meyer bei der NSA dafür, dass sie mit ihren Hintertüren und Unterwanderung internationaler Verschlüsselungsstandards das Netz für uns alle unsicherer gemacht hat. "What is so jaw-droppingly idiotic about your actions is that you have not only subverted key elements of modern cryptography, but you have also appointed yourself as the guardian of the knowledge that the resulting vulnerabilities exist. And if your own security systems were up to the task, then those secrets wouldn't be sitting in the offices of the New York Times and ProPublica."

Und in der Los Angeles Times zitiert Jon Healey einen wütenden und entsetzten Joseph Lorenzo Hall vom gemeinnützigen Center on Democracy and Technology: "The NSA seems to be operating on the fantastically naïve assumption that any vulnerabilities it builds into core Internet technologies can only be exploited by itself and its global partners."

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NZZ, 13.09.2013

Dass das untere Drittel der Gesellschaft in Deutschland nicht an Wahlen teilnimmt, hat Tradition, weiß Joachim Güntner. Bedenklich findet er, wenn nun auch Journalisten von Zeit und Spiegel sowie Intellektuelle wie Peter Sloterdijk und Harald Welzer öffentlich ihren Boykott verkünden: "Unterschiede zwischen den Parteien gibt es genug. Wer sie nicht sieht, dem geht es zu gut. Auch birgt die radikale Systemkritik, die das Nichtwählen begründen soll, Tücken. Prediger des Verzichts müssen aufpassen, dass sie ihren öffentlichen Verbalradikalismus nicht durch privates konsumfreudiges Wohlleben konterkarieren."

Weiteres: Urs Schoettli beschreibt den Indischen Ozean als Schauplatz von "akuten nationalen und imperialistischen Rivalitäten". Klaus Völker nimmt Abschied von Otto Sander.

Besprochen werden neue CDs: "Wise Up Ghost" von Elvis Costello & The Roots (ein "ebenso kontrastreiches wie stimmiges Werk", urteilt Ueli Bernays) und "Tap", auf dem der Gitarrist Pat Metheny Kompositionen des kürzlich sechzig gewordenen John Zorn interpretiert ("so breit der Graben zwischen dem sonnigen Jazzstar Metheny und dem musikalisch polyglotten Nerd sein mag, die Brücke hält", meint Stefan Hentz) sowie Jette Steckels Inszenierung von Giacomo Puccinis "Tosca" in Basel (die Martina Wohlthat "kurzweilig und trotzdem genau beim Hinsehen auf die Details" findet).

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TAZ, 13.09.2013

Margarete Stokowski porträtiert den 19-jährigen Londoner Punkpoeten King Krule (Video) und sein Debütalbum "6 Feet Beneath the Moon". "Dieser King Krule singt so verstörend tief, krächzt und heult, klagt und leidet wie ein geprügelter Hund, dass man meint, er habe bereits Jahre vor seiner Geburt mit dem Trinken angefangen."

Ein "wahnwitziges Dokument der Selbstüberschätzung" nennt Ulrike Herrmann die Biografie "Späte Reue" über Josef Ackermann, den früheren Chef der Deutschen Bank, die in Berlin präsentiert wurde (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr). Jürgen Berger betrauert in seinem Nachruf den Verlust des "sonoren Schmirgelsounds" von Otto Sander.

Besprochen werden  das neue Album "The Electric Lady" der US-amerikanischen R-'n-B-Sängerin Janelle Monáe.

Und Tom.

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Aus den Blogs, 13.09.2013

Interessante Entwicklungen beobachtet Leonhard Dobusch für Netzpolitik bei unseren staatstragenden Parteien. Dort lockert sich die Auffassung zum Urheberrecht: "Abgesehen von schon traditionellen Plakatremixes und dem Meme rund um die Merkelraute demonstrierte vor allem der Geh-Wählen-Spot der IG Metall das Potenzial von Remixkultur auch für politische Botschaften... Wohl auch inspiriert vom Erfolg des IG-Metall-Spots versucht sich nun auch die SPD an Remixkreativität und bedient sich dafür bei Monty Pythons 'Life of Brian'".

Apples neues iPhone 5S lässt sich mit dem Fingerabdruck entsperren. Das ist sehr dumm, denn nichts lässt sich so leicht stehlen wie ein Fingerabdruck, meint Cory Doctorow auf BoingBoing. "I remember reading stories of carjackers who amputated their victims' fingertips in order to make off with their biometrically protected cars. More interesting is the prediction that phone thieves will lift their victims' fingerprints and use them to bypass the readers. As German Interior Minister Wolfgang Schäuble discovered, you leak your fingerprints all the time, and once your fingerprint has been compromised, you can't change it. (Schäuble was pushing for biometric identity cards; playful Chaos Computer Club hackers lifted his fingerprints off a water-glass after a debate and published 10,000 copies of them on acetate as a magazine insert)."

So dürfte es bei der Apple-Konferenz etwa zugegangen sein (Grafik von e30legend):

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SZ, 13.09.2013

Dirk von Gehlen staunt auf der Medienseite über den nun auch wirtschaftlichen Erfolg von Buzzfeed, wo Tierfotos und seriöser Journalismus um die massenhaften Likes und sozialen Netzwerke der Leser buhlen: Wird eine Nachricht oft genug geteilt, "spricht man in schlechter Übersetzung davon, dass dieser Inhalt 'viral geht', dass er sich wie ein Schnupfen im Büro durch die virtuelle Welt verbreitet. Diese Verweiskultur von Facebook und Twitter ist der Gegenentwurf zur Suchkultur von Google: Das, was dich interessiert, wird dich auch finden."

Im Feuilleton wägt Joachim Käppner die Thesen des US-Politologen Benjamin Barber ab, der meint, dass man die Welt mit mehr Macht für Bürgermeister verbessern könnte: "In sozial halbwegs stabilen Städten und Staaten funktioniert das Modell des Bürgermeisters als politischer Hyperpragmatiker natürlich am besten. ... [Doch] Lagos in Nigeria oder Jakarta in Indonesien sind Städte, die in nicht allzu ferner Zukunft von Mega- zu Metacitys wuchern werden, mit 20 Millionen Einwohnern und mehr. Slums, Elend und Gewalt greifen um sich."

Außerdem im Feuilleton: Gottfried Knapp steht überwältigt in der vor 150 Jahren in Kelheim errichteten Befreiungshalle. Reinhard J. Brembeck beleuchtet die Hintergründe von Gerard Mortiers Kündigung seitens des Madriders Teatro Real. Lothar Müller trauert um Otto Sander.

Besprochen werden eine bei der Ruhrtriennale aufgeführte Performance von Forced Entertainment (Marion Ammicht bezeugt "ein gewaltiges Zischen und Krachen, ein Gurgeln und Schmurgeln, ein Raunen und Wehen"), Arnaud des Pallières Film "Michael Kohlhaas" ("Der Diskurs der Macht und der Politik ist [...] erotisch unterlegt", berichtet Fritz Göttler) und Bücher, darunter eine neue Essaysammlung von Giorgio Agamben (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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FAZ, 13.09.2013

Gerhard Stadelmaier würdigt in einem schönen Nachruf die "Sternschnuppenleichtigkeit" des Schauspielers Otto Sander: Er "war einer der größten Passivisten unter den deutschen Schauspielern. Er schien nie zu machen, immer nur machen zu lassen. Dabei hielt er seine Figuren auf leichtem Fuß. ... Als Teiresias in Klaus Michael Grübers 'Bakchen' von 1974 schlief er bei den Proben einfach für eine Stunde lang ein, während Grüber den Schlaf Sanders bewachte, als ob er, aus diesem erwacht, gleich die schönsten Ungeheuer spielerischer Vernunft gebären würde."

Was bei "Star Trek" einst noch ferne Zukunftsmusik war, bildet zunehmend die Grundlage unserer Gegenwart, meint Felix von Leitner a.k.a. Fefe: Selbst der Datenschutz ist in dieser technokratischen Utopie obsolet: "Die Vision der Zukunft ist, dass wir den Kampf gegen allgegenwärtige Überwachung verloren haben, aber dass das nicht schlimm ist. Die Gesellschaft hat sich so weiterentwickelt, dass kein Missbrauch stattfindet. ... Kein Wunder also, wenn sich die Ingenieure hinter Google nichts dabei denken, wenn sie alle Daten speichern. Wir sind die Guten! Daten missbrauchen, das tun nur die Bösen. Wir tun nichts Böses."

Weiteres: Niklas Maak führt durch die neu arrangierte Stuttgarter Staatsgalerie, deren bisheriges enthistorisierendes Setting von Christiane Lange durch ein Konzept historischer Korrespondenz ausgetauscht wurde. Patrick Bahners besucht den Schriftsteller James Salter. Gebannt lauscht Oliver Jungen einer Ansprache des ehemaligen Titanic-Chefredakteurs und jetzigen PARTEI-Kanzlerkandidaten Oliver Maria Schmitt, der mit seiner Rede "Cato den Älteren, Goebbels, Obama, Luther mit oder ohne King, ja, selbst Brüderles Röchel- und Spuckrede (...) in den Schatten stellte" (nachzuhören ist dieses Großereignis politischer Rhetorik hier). Weimar feiert "Lohengrin", berichtet Jan Brachmann. Regina Mönch erinnert an den Ossietzky-Affäre vor 25 Jahren in der DDR. Jürgen Dollase ärgert sich, dass kulturinteressierte Bürger im Bereich der Kulinarik deutlich geringere Qualitätsansprüche an den Tag legen als bei ihren kulturellen Neigungen.

Besprochen werden neue Schallplatten, darunter ausführlicher Laura Veirs' "Warp and Weft", eine "Nabucco"-Aufführung an der Deutschen Oper Berlin, eine Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden über die Befreiungskriege und Bücher, darüber Jesmyn Wards Roman "Vor dem Sturm" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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