Vorgeblättert

Vera Lourié: Briefe an Dich

03.02.2014. Das ganze 20. Jahrhundert hat die russische Dichterin Vera Lourié erlebt und überlebt. Erst in späten Jahren erzählt sie in Briefen an eine Freundin aus ihrem Leben, in russischen Dichterkreisen im Berlin der 20er Jahre, von der NS-Zeit, vom Einmarsch der Roten Armee und der neuen Gefahr für die Flüchtlinge der Oktoberrevolution. Lesen Sie hier drei der "Briefe an Dich".
Vera Lourié: Briefe an Dich
Erinnerungen an das russische Berlin
Herausgegeben von Doris Liebermann

Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2014
280 Seiten, gebunden, € 22,95

Erscheint am 11. Februar 2014

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Klappentext: BRIEFE AN DICH sind die Erinnerungen der letzten Zeitzeugin des "russischen Berlins" der zwanziger Jahre. In einer Mischung aus Tagebuch und Briefen schildert Vera Lourié ihre Kindheit und Jugend in St. Petersburg, wo sie behütet aufwuchs und sich als junge Frau der Schauspiel- und Dichtkunst zuwandte. Sie erzählt von der dramatischen Flucht der Familie nach der Oktoberrevolution ebenso anschaulich wie von den russischen Kreisen in Berlin, wo sie in einer Bohème aus Künstlern und Literaten verkehrte, Intrigen und Liebesaffären erlebte.
Den Nationalsozialismus überlebte sie trotz ihrer Kontakte zum deutschen Widerstand, der Festnahme durch die Gestapo und der Inhaftierung ihrer Mutter im KZ Theresienstadt. Ihre beherzte Geistesgegenwart kam ihr auch zugute, als die sowjetische Armee, die bürgerlichen russischen Flüchtlingen feindlich gesonnen war, 1945 einmarschierte. Sie überstand Not und Hunger der Nachkriegszeit und war lange vergessen, bis sie als Literatin und Zeitzeugin wiederentdeckt wurde und sich im hohen Alter noch einmal verliebte. Dies bestärkte sie in der Niederschrift ihrer Erinnerungen, die nun endlich, um autobiografische Texte, Dokumente und Fotos aus dem Nachlass ergänzt, erstmals vollständig veröffentlicht werden.

Zur Autorin: Vera Lourié, 1901 in St. Petersburg geboren, gehörte einer Dichtergruppe um Nikolaj Gumiljow an und floh mit ihrer Familie 1921 nach Berlin. Sie überlebte dort den Nationalsozialismus, den Krieg und den Einmarsch der Roten Armee. In den 80er Jahren wurde sie erstmals als Zeitzeugin befragt und ein Band mit ihren Gedichten publiziert. Vera Lourié starb 1998 in Berlin.

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