Vorgeblättert

Olivier Rolin: Die Papiertiger von Paris

Ausgewählte Leseproben.
08.09.2003. "Die Welt aus den Angeln heben" - nichts Geringeres wollten die "Papiertiger von Paris", die radikalen linken Gruppen. Lesen Sie hier einen Auszug aus Olivier Rolins Erinnerungen an die Zeit nach dem Mai 68.
Olivier Rolin: Die Papiertiger von Paris
Aus dem Französischen von Sabine Herting

Karl Blessing Verlag, München 2003,
256 Seiten, gebunden, 20,00 Euro

Erscheint im September 2003

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Klappentext:
Eine Nacht zu Beginn des neuen Millenniums: In seinem klapprigen Citroen DS jagt der knapp 60-jährige Martin über den Autobahnring um Paris. Neben ihm sitzt die Tochter seines Freundes, der vor Jahren unter sonderbaren Umständen verstarb. Während Reklametafeln und Verkehrsschilder vorbeiflirren, erzählt Martin der jungen Frau, wie er und ihr Vater, den alle Treize nannten, als Mitglieder einer radikalen linken Gruppe die Welt aus den Angeln heben wollten. Von sich selbst spricht Martin dabei immer in der zweiten Person, zum einen, um den historischen Abstand deutlich zu machen, zum anderen, weil er sich damals immer nur als Bestandteil eines Kollektivs sah, als Mitglied von "La Cause". Die junge Frau im Auto hört Martin zu, unterbricht ihn mit scheinbar oberflächlichen Bemerkungen - und trifft ihn am Ende doch mit einer simplen Frage ins Herz.

Zum Autor:
Olivier Rolin
wurde 1947 in Boulogne-Billancourt geboren. Noch im selben Jahr starb sein Vater. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte Rolin in Senegal - Erfahrungen, die in dem Roman "Meroe" (Berlin Verlag, 2002) widerhallen. In Paris trat Olivier Rolin 1967 der "Union des jeunesses communistes" bei. Ein Jahr später wurde er Mitglied der maoistisch orientierten "Nouvelle Resistance Populaire", an deren militanten Aktionen er unter dem Decknamen "Antoine" mitwirkte. Als diese Gruppierung sich 1973 auflöste, verschwand Olivier Rolin im Untergrund. 1978 wurde er Lektor, später Herausgeber beim Pariser Verlag Editions du Seuil. "Phenomene futur", sein erster Roman, erschien 1983. Für seinen Roman "Port Sudan" erhielt er 1994 den Prix Femina. "Tigre en papier", erschien 2002 und wurde u.a. mit dem Prix de la Radio France Culture ausgezeichnet.
(Foto: Jerry Bauer)

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