Vorgeblättert

Attila Bartis: Die Ruhe

Ausgewählte Leseproben.
01.08.2005. ".....vierzig Minuten Warten in der ungarischen Puszta kommt für mich vierzig Tagen gleich. Selbst die unfruchtbarste Steinwüste ist mir lieber als Europas Kornkammer. Eigentlich hasse ich die wogenden Kornfelder, auch wenn ich dafür keinen besonderen Grund habe, es ist nun mal so. ..." Attila Bartis erzählt in "Die Ruhe" - Künstlerroman und Familiengeschichte gleichermaßen - über die Wende in Ungarn. Hier ein Auszug.
Attila Bartis: Die Ruhe
Roman
Aus dem Ungarischen von Agnes Relle

300 Seiten, gebunden, Euro 22,80
Erscheint am 13. August 2005

Zur Leseprobe

Bestellen

Informationen beim Suhrkamp Verlag

Klappentext:

Die Karriere der gefeierten Budapester Schauspielerin Rebeka Weer, unvergeßlich in der Rolle von Shakespeares Cleopatra, endet über Nacht. Der Grund: Ihre Tochter Judit, eine hochbegabte Geigerin, hat sich in den Westen abgesetzt. Von den Behörden unter Druck gesetzt, versucht sie, Judit zur Rückkehr zu bewegen - vergeblich. Um ihre Karriere zu retten, erklärt sie die Tochter für tot, inszeniert eine Beerdigung und verschickt Traueranzeigen an hochgestellte Persönlichkeiten in Kultur und Parteiapparat.
Als die Entlassung nicht rückgängig gemacht wird, zieht sie sich in ihre Wohnung zurück. Fünfzehn Jahre lang setzt sie keinen Fuß mehr vor die Tür und überwacht jeden Schritt ihres Sohnes, der Schriftsteller werden will.
Während draußen ein politisches System zusammenbricht, wird immer offensichtlicher, dass der Sohn dem aus Haß, Erpressung und Obsessionen geflochtenen Netz niemals entkommen wird. Auch nicht, als er nach allerlei unglücklichen Affären Estzer Feher auf der Freiheitsbrücke trifft und sich in sie verliebt.

Zum Autor: Attila Bartis, 1968 in Marosvasarhely in Siebenbürgen (heute Rumänien) geboren, lebt seit 1984 in Budapest. Er ist gelernter Fotograf und hat bisher drei Bücher veröffentlicht. Preise: Dery-Preis 1997, Marai-Preis 2002.

(Foto: Claus Gretter)
Zur Übersetzerin: Agnes Relle, geboren 1959 in Stuttgart, anderthalb Jahre nachdem die Eltern nach Scheitern der ungarischen Revolution 1956 in die BRD geflüchtet waren. Zweisprachig (deutsch/ungarisch) aufgewachsen. Ab 1987 Aufenthalt in Budapest, von Oktober 1988 an Tätigkeit am damals soeben eröffneten Goethe-Institut in Budapest. Lehrtätigkeit am Lehrstuhl für Germanistik der Eötvös-Lorand-Universität Budapest. 1992 Rückkehr nach München, seither als Literaturübersetzerin tätig.

Zur Leseprobe