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1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 21.07.2026 - Lux Magazine

Christian Maurel, Für den Arsch. Auf Deutsch erschienen 2019 im August Verlag (heute ein Imprint von Matthes & Seitz)
Auch in queeren Kreisen ist Misogynie kein unbekanntes Phänomen, lernt Aditya Gandhi für Lux, das hat der heute fast vergessene französische Autor Christian Maurel in seinem Text "Screwball Asses" festgehalten, der lange fälschlicherweise Guy Hocquenghem zugeschrieben wurde und erstmals 1973 in der Ausgabe "Trois milliards de pervers" von Felix Guattari herausgegebenen Zeitschrift Recherches erschienen war. "'The Screwball Asses' ist als eine Reihe von Mini-Polemiken aufgebaut und nimmt die schwulen Männer der französischen Linken scharf ins Visier, deren theorielastiger und phallozentrischer Aktivismus viele Lesben vertrieb und das revolutionäre Potenzial der Organisation Effeminists zunichte machte. ... So sehr er auch die abstrakten Theoretisierungen kritisiert, 'The Screwball Asses' ist doch ein Text, der sich der widersprüchlichen, über die Logik hinausweisenden Philosophie der deleuze'schen Tradition verschreibt. Einige der Ideen sind veraltet, andere bizarr - so wie seine Mini-Polemik darüber, warum schwule Jungs und Lesben Liebe machen sollten - und wieder andere sind nachdenklich und weitsichtig, zum Beispiel in ihrem Infragestellen von Geschlecht. In einer strahlenden Sequenz von Sätzen, die all diese Eigenschaften zusammenbringt, schreibt Maurel: 'Oh! Frau sein zu wollen, fruchtbar zu sein, fotzig zu sein, anstatt den kapitalistischen Drang zu schwängern zu spüren! Ich weiß, ich fasele. Lang leben die Schnecken! Welches Glück sie haben, männlich und weiblich zugleich zu sein, ohne je das andere Geschlecht zu kopieren.'"