Diesmal erzählt Zoran von seiner jugoslawischen Heimat, den ersten Jahren in der kleinen Berliner Wohnung, den Streitereien zwischen Mutter und Vater. Zoran entdeckt einen Zugang in einen Supermarkt. Gemeinsam mit Adrian heckt er einen perfiden Plan aus, um Martina und Ilona in einen Keller zu locken. Die wechselnden Beziehungen zwischen Familie und Freunden auslotend, beschreibt Drvenkar diese ereignisreichen Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000
Heribert Prantl ist so begeistert von diesem Buch, dass er es sich "neben Huckleberry Finn ins Regal gestellt habe". Dabei hört sich die Schilderung von Zorans Alltag im Berliner Bezirk Charlottenburg in den siebziger Jahren auf den ersten Blick eher deprimierend an: Ladendiebstähle, Selbstmordversuch der Mutter, es kommt sogar zu einer Vergewaltigung. Aber auch Neugier, Zärtlichkeit und Sehnsucht spielen - so Prantl - in diesem Buch eine Rolle. "Schonungslos ehrlich, wie man schon lange kein Jugendbuch mehr gelesen hat", lautet das Fazit des Rezensenten, nach dessen Ansicht die Lektüre des Buchs zahllose Artikel und Tagungen über das Leben und die Schwierigkeiten junger Ausländer in Deutschland überflüssig macht. Dabei ist diese spannende Geschichte weit entfernt von jeglicher "Multi-Kulti-Romantik", wie Prantl mit spürbarer Erleichterung feststellt.
"Applaus" spendet Andreas Steinhöfer diesem Jugendroman, und was ihn dabei so besonders freut, ist, daß ausgerechnet ein Buch über die 70er Jahre mit dem pädagogischen Impetus jener Zeit bricht und damit eine längst fällige Erneuerung des Jugendbuchgenres in die Wege leitet. Drvenkars autobiografisch begründete Pubertätsgeschichte aus dem Berlin der 70er Jahre ist "so sensibel wie hart" erzählt, meint Steinhöfel. Nichts für zartbesaitete Jugendbuchkritiker, eher was für klarsehende Jugendliche. Weder verfalle Drvenkar der Sentimentalität im Rückblick auf pubertäre Entdeckungen und Geheimnisse, erläutert der Rezensent, noch erliege er der Schwarzmalerei, die jedes Problem existenzialistisch ausdeutet. Hinzukommen der ungeheure Humor und die Stilsicherheit des Autors, denen Steinhöfel seinerseits mit Wonne erlegen ist.
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