Aus dem Polnischen und mit einem Nachwort von Marta Kijowska. In einem Sanatorium in den Alpen begegnen sich in den Jahren zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg Wohlhabende und ExzentrikerInnen aus ganz Europa. Die Erzählerin, eine Polin, trifft dort etwa auf die sprachbegeisterte Engländerin Miss Tharp, mehrere Geflüchtete aus Armenien, ein geheimnisvolles französisches Paar und nicht zuletzt die skeptischen EinwohnerInnen des Bergdorfs, in dem all diese Gäste untergebracht sind. Man plaudert miteinander, pflegt seine Gesundheit und versucht, die majestätischen Bergvögel anzulocken. Über all dem thront die erhabene Welt der Alpen, deren ganz besonderen Zauber dieser modernistische Roman virtuos beschreibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2026
Laut Rezensent Franz Haas zeichnet die polnische Autorin Zofia Nalkowska das Kardiogramm einer Epoche in ihrem sehr an den "Zauberberg" erinnernden Romansetting eines Kurortes. Erotische und und nationale Scharmützel sind das Thema, eine Handlung gibt es eigentlich nicht, erklärt Haas, der betont, dass Nalkowska Thomas Manns Roman noch nicht kannte, aber 1925 selbst Erfahrungen in einem Sanatorium sammeln konnte. Raffiniert und leise, so Haas, lässt die Autorin die moribunden Figuren auftreten und Konversation treiben. Dahinter "zittert" das Weltgeschehen, ahnt der Rezensent. Marta Kijowskas "treffliche" Übersetzung lädt zur Entdeckung dieser bei uns kaum bekannten Schriftstellerin ein, meint Haas.
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