Zoe Beck

Schwarzblende

Roman
Cover: Schwarzblende
Heyne Verlag, München 2015
ISBN 9783453410435
Taschenbuch, 416 Seiten, 9,99 EUR

Klappentext

London. Der Kameramann Niall Stuart wird unfreiwillig Zeuge, als zwei junge Männer einen Soldaten in zivil grundlos angreifen und töten. Niall nimmt die Szene mit seinem Handy auf. Einer der Täter kommt zu ihm, das blutige Messer noch in der Hand, und bekennt, dass er den Mord im Namen Allahs begangen hat. Sein Komplize schwenkt die Flagge des Islamischen Staats. Als Niall wenig später den Auftrag erhält, eine Dokumentation über den Fall zu drehen, ahnt er nicht, dass er mit grausamer Absicht für diese besondere Aufgabe ausgewählt wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2015

Hannes Hintermeier hat etwas gegen Kuschelkrimis: Zoe Becks neues Buch, das sich der Ermordung des britischen Soldaten Lee Rigby im Mai 2013 auf offener Straße annimmt. Die Fiktionalisierung der Fakten gelingt der Autorin laut Rezensent mittels solider Handwerkskunst und einer Figur, die die Mehrdeutigkeit des Geschehens recherchiert und dabei selbst in die Mühlen der Antiterrorjustiz gerät. Anhaltende Spannung und der kühle Ton der Erzählung haben Hintermeier überzeugt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.04.2015

Schon die ersten Zeilen von Zoë Becks Roman schockieren Rezensentin Julia Weigl in ihrer kafkaesken Nüchternheit. Diesen fast protokollhaften Ton behalte die junge deutsche Autorin laut Weigl in ihrem Krimi bei, der an das Attentat auf einen britischen Soldaten 2013 in London angelehnt ist. Das genrebedingte Schwarz-Weiß-Raster entwickle sich schnell zu einem komplexen Gefüge, lobt die Kritikerin und attestiert dem Werk, "schockierend zeitlos und real" zu sein und lediglich auf den ersten Blick wie eine Verschwörungstheorie zu wirken. Statt Panikmache zu betreiben, seziere die Journalistin und Schriftstellerin Beck unsere hypermediale Gesellschaft, "irgendwo zwischen Enthauptungsvideos und Urlaubsselfies", resümiert Weigl.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.03.2015

Notwendige Literatur erkennt Elmar Krekeler in Zoe Becks neuem Roman. Wie die Wirklichkeit unter der Wirklichkeit ausschaut, vermag ihm die Autorin vermittels kühler und präziser Tonlagen und einer Vielschichtigkeit der Geschichten mitzuteilen. So ungemütlich, schnell und brutal Beck die Geschichte des Soldatenmordes von Woolwich laut Krekeler nacherzählt, so angemessen scheint dieser Zugriff dem Rezensenten. Multimediale Kriegswelten, Terrorgesetze, Rassismus - all das steckt drin in diesem rundum zeitgemäßen Buch, meint er.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.03.2015

Der Fall, den Zoë Beck in ihrem neuen Krimi "Schwarzblende" ausbreitet, ist echt, warnt Tobias Gohlis. Sogar das Video des Mordes ist auf Youtube zu finden, so der Rezensent: zwei junge Männer bringen einen dritten mit einer Machete um, köpfen ihn, und erklären mit einer Flagge des Islamischen Staates in der Hand der englischen Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind, den Krieg, fasst Gohlis zusammen. Auch der Mann, der sie zufällig gefilmt hat, ein Dokumentarfilmer auf Motivsuche, wird von den Behörden einkassiert und nach den Richtlinien der Antiterror-Gesetzgebung behandelt, berichtet der Rezensent. Besser und aktueller kann ein Krimi kaum sein, jubelt Gohlis.