Aus dem Englischen von Henning Dedekind und Elsbeth Ranke. Die Geschichte Afrikas ist die Geschichte der Anfänge der menschlichen Zivilisation. Es ist die Geburtsstätte der Menschheit selbst, und doch ist nur wenig über die frühe und auch die moderne Geschichte bekannt. Für viele beginnt diese Geschichte sogar erst mit Ankunft der Europäer. Zeinab Badawi möchte dieses Narrativ ändern und bietet eine beeindruckende Geschichte Afrikas - aus afrikanischer Perspektive. Von alten Zivilisationen und Kriegerköniginnen bis zu Eroberung und Unabhängigkeit fängt sie die Schlüsselmomente ein und erzählt die reiche Geschichte des großen Kontinents.
Ein starkes Buch über afrikanische Geschichte aus afrikanischer Perspektive hat Zeinab Badawi laut Rezensentin Katharina Döbler geschrieben. Die BBC-Journalistin Zeinab Badawi nutzt dabei, erfahren wir, zum einen erzählerische Techniken, etwa wenn sie von eigenen Begegnungen berichtet, andererseits greift sie auf die Ergebnisse des Projekts "General History of Africa" zurück, das die UNESCO durchgeführt hat und das auf Arbeiten afrikanischer Forscher beruht. Badawi stellt nachDöbler die vielseitige Geschichte Afrikas dar, es geht um Herrscherinnen, große Reiche und auch um Kunst. Sowie um den brutalen Einschnitt, den der Kolonialismus fast überall mit sich brachte, und auch um die Rolle des Sklavenhandels, des arabischen wie des europäischen. All das ist zugänglich und pädagogisch klug aufgearbeitet, eben wie eine BBC-Dokumentation, freut sich die Rezensentin abschließend.
Zeinab Badawi hat dieses Buch laut Rezensentin Dina Netz geschrieben, um eine afrikanische Perspektive auf die sonst oft von Europäern aufgeschriebene Geschichte Afrikas anzubieten. Nach umfangreichen Recherchen ist nun ein Buch entstanden, so Netz, das sich vor allem Herrscherfiguren widmet. Ziemlich viele solcher Figuren kommen vor, weshalb das Buch, meint Netz, eher als Nachschlagewerk zu gebrauchen ist, weniger für eine durchgehende Lektüre. Insgesamt hält Badawi mit Wertungen nicht hinter dem Berg, und geht auch auf aktuelle Diskurse wie Restitution und kulturelle Aneignung ein, so die Rezensentin, die dem Buch trotz einiger Schwächen und hier und da durchscheinender Parteilichkeit in manchen Fragen Differenziertheit bescheinigt. Insgesamt eine reichhaltige Annäherung an ein Thema, bei dem noch viel Forschungsbedarf besteht, meint die Rezensentin.
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