Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist von einem Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die "Green Line", trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, Militärpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarten Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus. 1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der "Rue Youssef Semaani", direkt am Rand der Demarkationslinie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2013
Als seltenes Meisterwerk unter den Graphic Novels bezeichnet Christoph Haas den Band von Zeina Abirached. Um die Meisterschaft der Autorin angemessen zu erläutern, räumt der Rezensent ein, müsste er jede einzelne Seite beschreiben. Weil das unmöglich ist, beschränkt Haas sich auf die Erklärung, dass die im Beirut des Jahres 1984 spielende Geschichte um die kleine Zeina und ihren Bruder durch Exkurse in die Vergangenheit und zu den Schicksalen der Nachbarn die gesamte Geschichte Libanons seit 1945 zu erzählen vermag. Wenn die Autorin mit ihrem reduzierten Stil, mitunter abstrakt, ihre Zeichenkunst beweist, fühlt sich Haas nie mit selbstgefälliger Virtuosität konfrontiert. Die ästhetischen Effekte entstehen, so schreibt er bewundernd, aus der raffinierten Verbindung von Detailreichtum und Minimalismus.
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