Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Malte Gerken. In dem Versuch, den quälenden Stillstand zwischen Israelis und Palästinensern zu überwinden, wendet sich 2018 der israelische Kommentator und preisgekrönte Autor Yossi Klein Halevi mit diesem Buch direkt an seine palästinensischen Nachbarn. Er zeigt Verständnis für das Leiden der Palästinenser, während er zugleich darlegt, wie sich der Konflikt aus israelischer Sicht darstellt. In "Briefe an meinen palästinensischen Nachbarn" entwirrt Halevi den ideologischen und emotionalen Knoten, der den Konflikt zwischen Juden und Palästinensern seit fast einem Jahrhundert prägt. In lyrischer, bildreicher Sprache legt er die komplexen Stränge aus Glauben, Stolz, Wut und Angst frei, wobei er sich auf die Geschichte und seine persönlichen Erfahrungen als in Israel lebender Jude stützt.Halevis Briefe richten sich nicht nur an seine palästinensischen Nachbarn, sondern an alle Nachbarn im Nahen Osten. Er lädt sie dazu ein, mit eigenen Briefen zu antworten, um es so Palästinensern und Israelis, Arabern und Juden zu ermöglichen, die Geschichten der anderen zu hören. Dieser deutschen Erstübersetzung seines Buches hat Halevi einen Brief an die deutschsprachigen Leser vorangestellt, in dem er auch auf den Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023 und seine Folgen eingeht.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.06.2026
Rezensent Till Schmidt versteht nicht, warum Yossi Klein Halevi, international eine wichtige Stimme, kaum präsent im deutschen Diskurs ist. Dabei habe der jüdisch-amerikanische Publizist, der als Nachfahre ungarischer Emigranten in Brooklyn aufgewachsen und 1982 nach Israel ausgewandert ist, schon so viele wichtige Beiträge zum Nahost-Konflikt veröffentlicht, die der Kritiker hier dem Leser nochmal kurz an die Hand gibt. Dem Buch "Briefe an meinen palästinensischen Nachbarn", 2018 erschienen und als "Klassiker" der Literatur zum Israel-Palästina-Konflikt geltend, merke man den zeitlichen Abstand zur heutigen Lage zwar deutlich an. Dennoch schätzt der Kritiker weiterhin diesen Aufruf zum respektvollen Dialog und die Auserzählung der israelischen Perspektive; er lobt Klein Halevis Gespür für die "Paradoxien des israelischen Alltags" und das Einflechten persönlicher Erkenntnisse und Erfahrungen. "Konsequent" findet der Kritiker außerdem, wie dem eigenen Text mehrere Antwortbriefe von PalästinenserInnen nachgeschaltet sind und unkommentiert abgedruckt werden, auch wenn sie sich stark mit Klein Halevis Position "reiben". Für Schmidt zeugt das von "Großzügigkeit, Souveränität und Stärke".
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