Es geht um die Vermischungen und Verwirrungen der Sprachen, um quer über die Welt geworfene Blicke und Laute, um die Kommunikation in den verschiedensten Sprachen, "zwischen den Kulturen", mit Maschinen. Missverständnisse und Fehler ermöglichen neue Bedeutungen... Aus dem Inhalt: Apfel, Nase - Gespenster-E-mail - Ohrenzeugin - Die Zweischalige - Musik der Buchstaben - Zungentanz - Bioscoop ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2002
Karl-Heinz Ott ist sichtlich hingerissen von Yoko Tawadas "Erzählessays" und scheint sich in seinem leisen Lob bei Tawadas undramatischen und unprätentiösen Sprache angesteckt zu haben. Die japanische Autorin, die in deutscher Sprache schreibt, habe sich wieder einmal auf "Sprachexpeditionen" begeben, berichtet Ott, nach Afrika, Asien, Amerika und Europa. In der fremden Sprachmusik, die Tawada selbst mit der "magischen Unlesbarkeit eines Gedichtes" vergleicht, sichte sie "gestische Zeichen" und denke nach über kulturell verschiedene "soziale Beziehungsmuster". Dabei bleibt Tawada aber nie außerhalb der Sprache, so Ott, denn für sie gibt es da kein "außerhalb". Diese Reflexionen sind jedoch alles andere als "taxierende Ideologiekritik", beteuert Ott, sondern leichtfüßiges Voranschreiten, in einer nur "scheinbaren Unbefangenheit", die eigentlich "hellhörige" Aufmerksamkeit ist. Gerade dieses wache "Daherschlendern" eröffnet Horizonte, so der bezauberte Rezensent.
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