Im Fokus dieses inter- und transdisziplinären Sammelbands stehen die ideologischen Fundamente des Rechtsextremismus, rechtsterroristische Radikalisierungsprozesse sowie subjektive und gesellschaftliche Umgangsweisen mit rechtsextremer Ideologie und Gewalt. Dabei werden historische Tiefenschichten ebenso sichtbar wie aktuelle Dynamiken rechter Radikalisierung. Ziel der Beiträger*innen ist es, gängige Forschungsparadigmen kritisch zu hinterfragen, Begriffs- und Analyseinstrumente weiterzuentwickeln und Impulse für eine disziplinübergreifende Forschung zu setzen. Sie fordern zu einer differenzierten Auseinandersetzung auf, die über einfache Kategorisierungen hinausgeht und die Komplexität rechtsextremer Ideologien und Gewaltformen in ihrer ganzen Bandbreite sichtbar macht. Mit Beiträgen von Jennifer Degner-Mantoan, Janina Drewes, Nele Fuchs, Lara Helmke, Yassir Jakani, Charlie Kaufhold, Grigori Khislavski, Claudia Lozano, Lena Mertens, Judith Gloria Pörschke, Antonia Rode, Regula Selbmann und Silvia Volckmann
Einen wichtigen Band zu einem aktuellen Thema bespricht Rezensentin Renate Kraft. Die von Yassir Jakani und Katja Sabisch gesammelten und herausgegebenen Beiträge nähern sich allesamt dem Thema Radikalisierung von rechts, ein roter Faden ist dabei nicht wirklich erkennbar, was aber, findet Kraft, nicht viel ausmacht. Besonders interessant findet die Rezensentin zwei Beiträge, die sich aus literaturwissenschaftlicher Perspektive mit rechter Frauenfeindlichkeit auseinandersetzen, Jennifer Degner-Mantoan argumentiert, dass dieselbe mit einem exaltierten Männlichkeitsideal auf Seiten der Rechten zu tun hat, welches wiederum teilweise auf Prekarisierung zurückzuführen ist; Lena Mertens wiederum analysiert Selbstdarstellungen von Tradwives und deren Bezüge zu rechten Verschwörungserzählungen. Auch Beiträge, die sich den oft übersehenen Opfern rechter Gewalt zum Beispiel mit Blick auf die NSU-Morde beschäftigen, liest Kraft mit Interesse. Wichtige Perspektiven kommen hier zu Wort, liest man in der Besprechung.
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