Die Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten und deutscher Frauen galten in der Bundesrepublik von Anbeginn an als "rassisches Problem". Die staatliche Bürokratie verfolgte zwei gegensätzliche Konzepte für den Umgang mit den unerwünschten "Fremden": Absonderung von der weißen Umwelt und Integration durch Aufklärung. Yara Lemke Muniz de Faria verfolgt den Umgang der Deutschen mit einer ungeliebten Minderheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2003
Interessant ist diese Studie nach Meinung der Rezensentin Birgit Aschmann auf jeden Fall, auch wenn die Autorin die Situation afrodeutscher Kinder nach dem zweiten Weltkrieg nicht in einen weiterführenden Diskurs zu race/gender Fragen einbindet. Sie bietet auf einer deskriptiven Ebene "dennoch erhellende Einsichten in den Zusammenhang von Geschlechter- und Rassediskurs in der deutschen Nachkriegsgesellschaft", in dem auch vermeintlich wohlmeinende Wissenschaftler äußerst skurrile Ansichten vertraten und sich "rassistischer Argumentationsstrukturen" bedienten. Dabei lassen sich nach Aschmanns Meinung ganz klare Traditionslinien in die deutsche Nazi-Vergangenheit zeihen. Das "belegen vier sozialanthropologische Studien über die afrodeutschen Kinder, die die Kontinuität deutscher Rasseforschung von der Kaiserzeit über den Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit hervortreten lassen."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.10.2002
Dagmar Pöpping zeigt sich äußerst angetan von dieser Studie, die sich mit den afrodeutschen Kindern und ihrer schwierigen Situation in der deutschen Nachkriegsgesellschaft beschäftigt. Begrüßenswert findet sie die Untersuchung, da es zu "Besatzungskindern" nach 1945 bislang keine eingehendere Literatur gab. Zudem lobt sie das Buch als "gut geschriebene Studie", die sich auf "umfangreiches Quellenmaterial" stützt. Sie preist das Buch auch als eine "knappe aber dichte Pathologie der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft", weil die Autorin in den verschiedenen Umgangsweisen mit den Kindern, die einen schwarzen GI als Vater und eine deutsche Mutter hatten, vor allem die "Angst vor dem eigenen Rassismus" erkennt. Pöpping referiert die von der Autorin gesammelten verschiedenen Vorschläge und Versuche, mit den "Mischlingskindern" umzugehen - von der Isolierung in Heimen bis zur Initiierung von Adoptionen in afroamerikanische Familien in den USA. In dieser Studie sieht die Rezensentin nicht zuletzt "exemplarisch" aufgezeigt, wie anhand der "Besatzungskinder" der Versuch gemacht wurde, die jüngste Vergangenheit Deutschlands zu verarbeiten.
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