Yael Hedaya

Zusammenstöße

Eine Liebesgeschichte
Cover: Zusammenstöße
Diogenes Verlag, Zürich 2003
ISBN 9783257063417
Gebunden, 752 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Ruth Melcer. Eine Frau, ein Mann, ein Problem: Jonathan, alleinerziehender Vater einer zehnjährigen Tochter, und Schira, beide Schriftsteller, beide Singles. Sie verlieben sich, scheinen irgendwie füreinander geschaffen, doch eine neue Beziehung anzufangen ist genauso schwierig, wie ein Buch fertig zu schreiben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2004

Etikettenschwindel! Die versprochene Liebesgeschichte, schreibt Irmela Hijiya-Kirschnereit, geht erst nach 448 Seiten los, und die beiden unentschlossen Liebenden - zwei Erfolgsschriftsteller - schmusen sich eher weichgespült aneinander, als dass sie zusammenstoßen. Was es stattdessen zu lesen gibt: vertraut wirkende Episoden aus dem Alltag der israelischen Mittelklasse - Party hier, Ausflug da, belanglos immer. "Verabredungen unter den pubertierenden Freundinnen werden getroffen, Mütter und Väter begegnen sich in Bäckereien, Feinkostgeschäften und den factory outlets von Tel Aviv", schildert die Rezensentin den zähen Erzählstrom. Bemerkenswert "unintellektuell" sei das Ganze zudem, wenn man bedenkt, dass die Figuren allesamt dem Milieu der gebildeten Stadtneurotiker angehören. Und für die Liebesgeschichte gelte es "eine seelische Berührungsscheu, eine etwas müde, gelegentlich melancholisch wirkende Unentschlossenheit" zu konstatieren. Fazit: Ein Garant für geruhsamen Schlaf.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2003

Die israelische Schriftstellerin Yael Hedaya hat in ihrem ersten Roman für eine einfache Geschichte und für "die Alltäglichkeit einer Beziehung" eine "angemessen schnörkellose Sprache" gefunden, lobt der Rezensent mit dem Kürzel "sab". Ihre "narrative Strategie" sei eine "direkte Darstellung des Geschehens" - der Beziehung zwischen Schira und Jonathan, die "ohne Leidenschaft beginnt und unbemerkt in Liebe mündet" -, die nichts suggerieren, nichts implizieren und nichts interpretieren wolle. Ohne "psychologische Charaktergestaltung" zu betreiben, gelinge es Hedaya so etwa, das anfängliche Zögern und Zweifeln der Protagonisten durch "ständige Rückblenden" in deren Leben plausibel zu machen. Gerade "die kontrollierte formale und inhaltliche Banalität der Geschichte" macht am Ende für den Rezensenten den Reiz dieses Romans aus.
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