Detlef Bald (Hg.), Wolfram Wette

Alternativen zur Wiederbewaffnung

Friedenskonzeptionen in Westdeutschland 1945-1955
Cover: Alternativen zur Wiederbewaffnung
Klartext Verlag, Essen 2008
ISBN 9783837500134
Kartoniert, 220 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die Politik des ersten Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, sei ohne Alternativen gewesen, wird heute vielfach angenommen. Weil die USA es so wollten, habe es zwangsläufig zur Westintegration des deutschen Teilstaats und zur Wiederbewaffnung kommen müssen. Übersehen wird dabei, dass die politische Situation über lange Zeit durchaus offen war. Das erste Jahrzehnt nach 1945 war stimmungsmäßig durch eine radikale Kriegsgegnerschaft geprägt: Nie wieder Krieg! und Nie wieder Militär! lauteten die gängigen Parolen. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 1949 wurden friedenspolitische Normen durchgesetzt, die es in dieser Form in der deutschen Verfassungsgeschichte noch nie gegeben hatte: Friedensgebot, Recht auf Kriegsdienstverweigerung, Verbot des Angriffskrieges. Die Feindkonstellation des Kalten Krieges begann auch das politische Klima im geteilten Deutschland zu beeinflussen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2008

Skeptisch betrachtet Petra Weber diesen von Detlef Bald und Wolfram Wette herausgegebenen Sammelband über Alternativen zur Wiederbewaffnung der BRD. Die Zusammenstellung des Bands hält sie für "recht willkürlich", die Beiträge über Horst Symanowski und über Fritz Hartnagel scheinen ihr in einem Buch über Friedenskonzeptionen in Westdeutschland fehl am Platz. Kritisch äußert sie sich auch über die Beiträge von Wette und Bald, denen sie vorhält, die Autonomie und den politischen Handlungsspielraum der deutschen Politik in dieser Zeit zu überschätzen. Dagegen lobt sie Alexander Gallus' Beitrag über die Chancen für eine Durchsetzung von neutralistischen Bestrebungen wegen seiner realistischen Einschätzung. Entgegen seiner eigentlichen Intention zeigt der Band ihres Erachtens auf, dass die vorgestellten Friedenskonzeptionen "keine realistische Alternative zu einem westdeutschen Verteidigungsbeitrag" waren.
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