Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2007
Angetan zeigt sich Rezensent Hermann Unterstöger von Wolfgang Mieders Buch über die Zitier- und Verballhornungsgeschichte von Descartes' "Cogito, ergo sum". Er bescheinigt dem Autor, die Karriere dieses philosophischen Satzes minuziös anhand einer Fülle von Material nachzuzeichnen. Auch über den Ursprung des Satzes bei Descartes fühlt er sich von Mieder gut informiert. Die Vielzahl von Zitaten, Bearbeitungen und Parodien zu verfolgen, hat seines Erachtens durchaus Unterhaltungswert. Dass nicht alle Texte das Niveau von Leibniz oder Kant erreichen und das Gros der Adaptionen merklich darunter liegt, verwundert ihn nicht weiter. Deutlich wird für ihn, dass das "Cogito, ergo sum" das Schicksal aller Groß-Zitate teilt, sich abzunutzten und eine "innere Disposition zur Parodie" (Lutz Röhrich) zu bekommen.
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