Das Jahr 2011 war das Jahr der unerwarteten und sich weltweit immer weiter ausbreitenden Proteste. Sie reichen inzwischen vom Arabischen Frühling bis zu den Anti-Banken-Protesten von Occupy Wall Street . Millionen sind aus Angst vor einem Börsencrash und einem Kollaps der Finanz- und Wirtschaftssysteme auf die Straßen gegangen. Wer sind die Akteure der neuen Protestbewegungen? Was sind ihre Ziele und was macht ihre Erfolgsaussichten aus? Haben sie wirklich eine Chance, die destruktiven Dynamiken der internationalen Finanzmärkte einzudämmen oder gar aufzuhalten?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.06.2012
Harald Welzer hört das Gras, äh, die Unruhe wachsen, wenn er mit Wolfgang Kraushaar, seines Zeichens Protestexperte vom Hamburger Institut für Sozialforschung, die Protestbewegungen von Occupy und in der arabischen Welt chronologisch nachzeichnet und miteinander vergleicht. Kraushaars Schluss, wonach es sich bei beiden Bewegungen um eine Sache gut ausgebildeter junger Menschen handelt, die zudem virtuell gut vorbereitet wurde, es Occupy im Gegensatz zum arabischen Frühling jedoch an gemeinschaftsbildenden Forderungen und Adressaten mangelt, leuchtet Welzer ein. Das Buch dient ihm als sozialer Seismograf unserer Zeit.
Die schlichte Parallelisierung der Occupy-Bewegung mit den 68ern als globale Protestbewegung möchte Stefan Reinecke nicht gelten lassen. Entsprechend begrüßt er die von Wolfgang Kraushaar in seiner Chronik der Protestbewegungen von Kairo bis New York getroffene Unterscheidung. Ebenso scheint ihm Kraushaars Hinterfragung des Labels Facebook-Revolte sinnvoll. Die Bewegung, erklärt er, durchläuft eher eine Dialektik der neuen Medien und findet schließlich nicht virtuell, sondern handfest statt. Kraushaars sachliche und anschauliche Darstellung gefällt ihm. Direkte Zeugenschaft, scharfe Pointierungen, große Thesen und auch abstrakte Ansätze dürfe man bei Kraushaar allerdings nicht erwarten.
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