Wolfgang Hagen

Das Radio

Zur Geschichte und Theorie des Hörfunks - Deutschland/USA
Cover: Das Radio
Wilhelm Fink Verlag, München 2005
ISBN 9783770540259
Kartoniert, 393 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Radio existiert seit 1920 und ist ein Medium der Wandlung und Übertragung von Stimme, Geräusch und Musik. So einfach diese Definition klingen mag, - die Entwicklung des Mediums Radio zum Massenmedium Hörfunk verläuft in den USA und in Europa von Beginn verschieden und gegensätzlich. Am vorläufigen Ende dieser Entwicklung, etwa seit Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts, beginnt eine kulturtechnische Invasion von Praktiken und Formaten des in den USA entstandenen Massenmediums Hörfunk in die europäische Medienkultur. Der medienepistemologische Background in den USA ist die Radiotelefonie. Sowohl in Weimar als auch in Nazi-Deutschland war Radio ein weitgehend unbefragtes Instrument der Staatsverschaltung des Volkes, aber kein Massenmedium. Der Hörfunk als Massenmedium existiert politisch formell erst seit Gründung der BRD. Als Funktionssystem der Gesellschaft aber hat sich der Hörfunk erst etabliert durch den Import von Formaten, die in einer völlig anderen Kultur entstanden sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2006

Rezensentin Andrea Gnam zeigt sich zufrieden mit Wolfgang Hagens Studie über die unterschiedliche Entwicklung des Radios in den USA und Deutschland. Nachdem er aufgezeigt habe, welche "Medienphantasien" sich in den Anfängen um das Radio rankten - von "Allmachtsvorstellungen von der Reichweite der Sender" bis hin zu "spiritistischen Erwartungen" - lege Hagen dar, dass sich das staatlich geführte deutsche Radio und das amerikanische Kommerzradio vor allem in den "Modalitäten der Programmgestaltung" unterscheiden, und dass diese wiederum oft auf unterschiedliche "technische Entwicklungen" zurückzuführen sind. Hagens Blick auf die USA ist ein "spannendes und zugleich desillusionierendes Stück Mediengeschichte des Kommerzradios" dar, über das man in Deutschland dringend nachdenken sollte, findet die Rezensentin.

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