Wolfgang Behringer

Kulturgeschichte des Klimas

Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung
Cover: Kulturgeschichte des Klimas
C. H. Beck Verlag, München 2007
ISBN 9783406528668
Gebunden, 352 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Alle sprechen vom Wetter: wir auch. Darüber, wie es werden wird, gibt es derzeit mehr Voraussagen als sonst üblich; aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 Jahren, vor 5000 Jahren? Und wie können wir überhaupt etwas über die Geschichte des Wetters wissen? Schließlich: Wie haben sich die Klimaschwankungen auf den Menschen, sein Wohlbefinden und seinen Erfindungsgeist ausgewirkt? Wolfgang Behringer führt uns ein in die historische Forschung zur Klimaentwicklung; er zeigt uns, was heute als gesichertes Wissen gelten kann, welche Schwankungen es gab und wie sie das Fortkommen des homo sapiens behinderten oder beförderten. Ein Stück weit bietet das Buch naturwissenschaftliche Fundierung, um dann für die Geschichte ab dem Mittelalter dem Zusammenhang zwischen Klimaentwicklung und kultureller Entfaltung detaillierter nachzuforschen. Behringers lesenswertes Buch führt uns plastisch vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten, manchmal aber auch mit welch außergewöhnlich angenehmen Wetter-Epochen etwa in der Staufer- Zeit unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2007

Franz Mauelshagen findet es durchaus löblich und Gewinn bringend, dass sich auch Historiker mit dem Klimawandel befassen, von Wolfgang Behringers Buch, das auf knapp 300 Seiten eine ganze "Kulturgeschichte des Klimas" bieten will, ist er enttäuscht, manches hat ihn sogar ziemlich aufgebracht. Zunächst ärgert den Rezensenten, dass Behringer nirgends das Scharnier begründet, über das er die kulturellen und die klimatischen Wandlungen der Weltgeschichte miteinander verbindet. Zudem habe der Autor häufig auch noch Beispiele gewählt, bei denen nachweislich nicht das Klima, sondern politische und soziale Gründe vorliegen, wie beispielsweise die große Hungersnot in Irland im 19. Jahrhundert, so der Rezensent irritiert. Besser gefallen haben Mauelshagen die Kapitel, die sich mit Behringers Spezialgebiet der Frühen Neuzeit befassen, insbesondere die Überlegungen zu Totentanzdarstellungen des 14. Jahrhunderts, die wie der Autor nachweist, nicht aus den Pesterfahrungen der Zeit hervorgegangen sind, sondern einen Bezug zur Hungersnot der Kleinen Eiszeit nahe legen. Richtig geärgert hat sich Mauelshagen hingegen über den untergründigen Relativismus, mit dem Behringer der Klimaerwärmung entgegentritt und auch im Mittelalter eine globale Erwärmung behauptet und damit den Lesern Gelassenheit angesichts der, wie der Rezensent betont, von Menschen verursachten und katastrophalen Klimaveränderungen empfiehlt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Recht brauchbar scheint Rezensent Jürgen Osterhammel diese "Kulturgeschichte des Klimas", die Wolfgang Behringer vorgelegt hat. Er lobt die souveräne Zusammenstellung von Methoden der historischen Klimaforschung und deren Ergebnisse. Auch den Gang durch die verschiedenen Epochen der Weltgeschichte, die als indirekte Reaktion auf den Klimawandel gedeutet wird, findet er instruktiv. Im Grunde sieht er in dem Werk eine "konventionelle Weltgeschichte", mit dem Klima als "unabhängiger Variable". Besonders gelungen ist in seinen Augen die Beschreibung der kleinen Eiszeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. Bisweilen geht ihm der Autor in seinem klimatischen Determinismus der Geschichte allerdings ein wenig zu weit. Dagegen begrüßt er Behringers skeptisch entspannte Haltung gegenüber alarmistischen Klimaforschern und hysterischen Reaktionen auf den Klimawandel.
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