Wlodzimierz Odojewski

Verdrehte Zeit

Roman
Cover: Verdrehte Zeit
dtv, München 2016
ISBN 9783423280785
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Barbara Schaefer. Wo endet die Erinnerung, wo beginnt die Selbsttäuschung? Der Warschauer Bibliotheksangestellte Waclaw Konradius erhält überraschenden Besuch aus seiner Vergangenheit: Im Treppenhaus wartet eine junge Frau auf ihn, die einer Weggefährtin aus seiner Zeit im Widerstand gegen die deutsche Besatzung verblüffend ähnlich sieht. Sie übermittelt ihm einen Auftrag, den er zwanzig Jahre zuvor ausgeführt hat - mit tödlichen Konsequenzen für die übrigen Mitglieder der konspirativen Gruppe. Gewährt ihm das Schicksal eine zweite Chance? Konradius macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, die vielleicht nur seine eigene ist. Wlodzimierz Odojewski erzählt von einem Mann, dessen eigenes Versagen ihn womöglich in tiefe Schuld gestürzt hat und der einen Weg sucht, sich seiner selbst zu vergewissern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2016

Rezensentin Marta Kijowska freut sich, dass Wlodzimierz Odojewskis Kurzroman "Verdrehte Zeit" nun auch auf Deutsch erschienen ist. Die Kritikerin schätzt den kürzlich verstorbenen polnischen Autor insbesondere für seine experimentellen und psychologischen Werke, die komplexe Sprachkonstruktionen mit "dichten", sehr subjektiven inneren Monologen verbinden und in ihren halluzinatorisch-realistischen Bildern an Proust oder Joyce erinnern. Entsprechend angetan liest Kijowska diese Erzählung des Prosaikers, Dichters, Dramatikers und Hörfunkautors, die in Erinnerungen und Einbildungen die Seele eines Mannes ausleuchtet, der in den sechziger Jahren mit seiner Kriegsvergangenheit konfrontiert wird. Wie präzise Odojewski die Suche ihres Helden nach der Wahrheit schildert, ringt der Kritikerin größte Anerkennung ab.
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