Herausgegeben von Katrin Huber, Silke Kleemann und Fridolin Schley. Während der Flüchtlingskrise wurden München und sein Hauptbahnhof weltweit zu Symbolen der Solidarität und großer Hilfsbereitschaft. Doch das eigentliche Ankommen beginnt meist erst nach dem Willkommen - und ist ein langer Prozess.
Wie kann das Ankommen gelingen?
Muss man sich für einen neuen Lebensort von der alten Heimat lösen?
Kommt man jemals ganz an?
Eine Gruppe Münchner Kulturschaffender öffnet diesen Fragen Räume. Unter dem Motto "Meet your neighbours" stellt sie regelmäßig KünstlerInnen aus aller Welt vor, die es aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland verschlagen hat. Das vorliegende Buch sammelt ihre Erfahrungen. Mal erzählerisch, mal lyrisch, ob nachdenklich oder humorvoll: Fast immer greifen im Ankommen Vergangenheit und Zukunft ineinander, Verlust und Neuanfang, Trauer und Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2019
Rezensentin Meike Fessmann bespricht drei Sammelbände, in denen Schriftsteller und Autoren, die noch nicht lange in Deutschland leben, von ihren Flucht- und Migrationserfahrungen erzählen. Zunächst hält die Kritikerin fest, wie gut die einzelnen Initiativen, die die Bände herausgeben, untereinander vernetzt sind: Teilweise tauchen die selben AutorInnen, etwa die mit ihren Eltern aus Russland geflohene Lena Gorelik, in verschiedenen Bänden auf. Allen Anthologien ist nicht nur eine hohe "literarische Qualität" der Texte gemein, sondern auch die eindringliche Konfrontation mit Einzelschicksalen, versichert die Rezensentin, die nicht nur Geflüchteten aus Syrien, dem Senegal, Russland oder Afghanistan folgt, sondern auch von Menschen aus dem "universitären Prekariat" liest, die ihren Stellen hinterherziehen müssen. Während der Band "Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt" durch reiche Bebilderung und Zweisprachigkeit besticht, überzeugt die Anthologie "Wir sind hier" durch ihre thematische Breite, meint die Kritikerin, die hier auch Autoren wie Friedrich Ani oder Georg Picot entdeckt. Empfehlen kann sie allerdings alle drei Bände mit bestem Gewissen.
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