Mit 80 Abbildungen. Im Zeitalter des Barock wird der ganze Mensch entdeckt, seine Licht- und Schattenseiten, sein Verlangen nach Lebensgenuss, Sinnlichkeit und Schönheit wie seine Angst vor dem Tod oder der Drang nach Zerstörung. Entdeckt wird das formende Subjekt,das sich der Welt bemächtigt und nach Selbstbestimmung strebt. Der vorliegende Band macht in Text und Bild mit der Kultur- und Literaturgeschichte des 17. Jahrhunderts bekannt. Er beschreibt die entscheidende Umbruchphase neuzeitlichen Bewusstseins und zeigt, wie sich im Barock moderne Identität auszubilden beginnt. Ausführlich behandelt werden Werke der Literatur, Malerei, Architektur, Musik, Religion und Mystik, aber auch der Philosophie und Naturwissenschaften. Stets präsent ist dabei der historische Kontext: der Dreißigjährige Krieg und die Hexenprozesse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2004
Barockliteratur hat zur Zeit Konjunktur, behauptet Alexander Kosenina, ein an und für sich begrüßenswerter Trend, dem sich seines Erachtens auch der Autor dieses Bandes nicht verschließen wollte. Das angekündigte "Abenteuer Barock" falle allerdings nur mäßig spannend aus, kritisiert er. Weder führe Freund die Leser in unbekannte Regionen noch eröffne er Einsichten in bekannte Gefilde aus ungewohnter Perspektive. Für den "gebremsten intellektuellen Funkenflug" macht Kosenina unter anderem die übermäßige Konzentration auf die Barocklyrik verantwortlich, während so spannende Themen wie Tragödie, Bühnenkultur, der heroische Roman, satirische Zeitschriften, höfische Feste ungleich knapper abgehandelt würden. Doch allein an der Bevorzugung der Barocklyrik könne es nicht liegen, dass das Leseabenteuer eher mau ausfalle, rätselt Kosenina und verleiht seiner Vermutung Ausdruck, dass der Autor eine zu nüchterne und umständliche Dramaturgie fahre. Bevor die Beispiele erläutert würden, bemühe Freund beispielsweise immer erst die Biografien der Autoren, was häufig mühsam sei. Prägnanz sei nicht die Sache des Verfassers, und ganz so weltzugewandt und lebenslustig, wie Freund es den Leser weis machen wolle, sei die Barockliteratur doch nicht gewesen, wendet Kosenina ein.
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