Die Enthauptung des Feldherrn Holofernes durch Judith gehört zu den beliebtesten und spektakulärsten Themen der italienischen Barockmalerei. Die Autorin stellt das Thema in den Kontext der katholischen Bilderpolitik und untersucht das Problem der drastischen Inszenierung des Geschlechterkonflikts. Das Buch wird durch einen Katalog der italienischen Judith-Darstellungen aus der der Zeit von 1560 bis 1700 ergänzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2005
Dissertationen bieten nicht unbedingt eine spannende Lektüre, aber Bettina Uppenkamps Dissertation zur Geschichte des Judith-Motivs in der Malerei der frühen Neuzeit verspricht laut Christiane Kruse aufschlussreiche Stunden. Drei Aspekte interessieren Uppenkamp an diesem besonderen Bildsujet, das den weiblichen Tyrannenmord darstellt, berichtet Kruse: das sei einmal die politische Dimension des Stoffes im Umfeld konfessioneller Bildpropaganda, dann die Darstellung von Gewalt und als drittes die Geschlechterrollen. Erst mit dem Barock erhielt Judith nämlich das Format einer politischen Heldin, so Kruse. Zugleich inszenierte der Barock das ganze als bluttriefendes Drama, das Entsetzen und Ekel hervorrufen sollte. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wandelte sich dann das Bild Judiths von der Heldin zur kalkulierenden Verführerin - gerade was die Geschlechterperspektive des Themas betreffe, gehe Uppenkamp höchst vorsichtig zu Werke, lobt die Rezensentin. Versuche der politischen Instrumentalisierung hätte es immer wieder gegeben, sie blieben aber fragwürdig. Donatellos Bronzegruppe in Florenz wurde später gegen einen Michelangelo ausgetauscht, merkt Kruse an, weil man einen "schwachen Soldaten und eine tötende Frau nicht so recht passend für die Repräsentation der politischen Ideale der Stadt erachtete".
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