William Ritchey Newton

Hinter den Fassaden von Versailles

Mätressen, Flöhe und Intrigen am Hof des Sonnenkönigs
Cover: Hinter den Fassaden von Versailles
Propyläen Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783549073629
Gebunden, 240 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Lis Künzli. Auch am französischen Königshof war nicht alles Gold, was glänzte: Wo mehr als 4000 Menschen auf engstem Raum zusammenlebten, ergaben sich handfeste Probleme. Die Hofdamen froren erbärmlich vor den zugigen Kaminen, saubere Wäsche war Mangelware und allzumenschliche Bedürfnisse ließen sich bei den ständig verstopften Latrinen kaum befriedigen. Heizungsqualm, unbeaufsichtigte Feuerstellen und verschmutztes Trinkwasser bedeuteten permanente Lebensgefahr, zudem musste man sich mit Läusen, Ratten und anderen Unannehmlichkeiten herumschlagen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.04.2011

Johannes Willms sieht mit William Newtons Studie zum Alltagsleben in Versailles zwar eine "Lücke geschlossen" und würdigt die profunden Quellenkenntnisse des Autors. Am Ende aber ist der Rezensent doch enttäuscht und sieht eine Chance vertan. Der amerikanische Historiker erzählt eindringlich von den unhaltbaren hygienischen Zuständen, den unzureichenden Wohnverhältnissen der Bediensteten und von Nöten in der Wasser- oder Heizmittelversorgung, lobt Willms. Mit einem gewissen faszinierten Schaudern liest er hier von qualmenden Kaminen, der hohen Brandgefahr, dem Wohnraummangel oder "überquellenden Sickergruben", die das Leben am Hof des Sonnenkönigs weniger glanzvoll machten als von heute aus vermutet. Dass der Autor sich aber gar nicht für die politischen Folgen dieses Niedergangs des Hoflebens am Vorabend der Französischen Revolution interessiert und seine Forschungsergebnisse als reine "Materialsammlung" präsentiert, die zudem so manche Redundanz aufweist, findet der Rezensent sehr bedauerlich und stellt in seinen Augen ein echtes Manko dar.
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