William J. Dobson

Diktatur 2.0

Ob Russland oder Ägypten, China oder Syrien: Diktaturen sind kein Auslaufmodell. Doch nichts fürchten sie mehr als das eigene Volk. Ein Frontbericht
Cover: Diktatur 2.0
Karl Blessing Verlag, München 2012
ISBN 9783896674715
Gebunden, 495 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachten Diktatoren die Welt an den Abgrund, bis zur Jahrtausendwende waren sie mit dem "Ende der Geschichte" fast totgesagt. Heute beherrschen sie wieder das Tagesgeschehen. Um ihre Macht zu sichern, gehen sie wie in Nordkorea und Syrien mit Unterdrückung und Gewalt gegen das eigene Volk vor. Doch rund um den Globus haben sich Autokraten auch Strategien zu eigen gemacht, die ihr Überleben in der modernen Welt sichern, Strategien, die man in Meetings westlicher Consultingfirmen vermuten würde, nicht in russischen oder chinesischen, ägyptischen oder iranischen Machtkorridoren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012

Große Thesen zur Diktatur des 21. Jahrhunderts oder überzeugende Prognosen für globale politische Entwicklungen kann Tim Neshitov William J. Dobsons Buch über die modernen Diktaturen und ihre Gegner nicht entnehmen. Dafür findet er die Darstellung dort sehr aufschlussreich, wo der Redakteur des Internetmagazins Slate von direktem Kontakt mit "Systemfunktionären" und Widerstandsgruppen berichtet und beispielsweise Einblick in Schulungen, die die Jugendbewegung "Otpor!", die einst den Sturz Milosevic' mitbeförderte, nun für andere Oppositionelle geben. Der Autor fragt in seinem Buch nach den Anpassungsleistungen moderner Diktatoren an die globale und vernetzte Welt, die sich doch stark von früheren diktatorischen Regimes unterscheidet, so der Rezensent.

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