Aus dem Amerikanischen von Stefanie Kremer. Mit einem Nachwort von Elke Schmitter. Die unendlichen Weiten des Graslands, die Prärie im Herzen Nordamerikas - hierher zieht es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die böhmische Familie Shimerda. Wie Millionen Menschen aus der Alten Welt erhofft sie sich ein besseres Leben. Als der Nachbarjunge Jim die kleine Antonia zum ersten Mal sieht, lebt deren Familie noch in einem armseligen Erdloch. Doch das Mädchen lässt sich weder von harter Arbeit, vom tragischen Tod ihres Vaters noch von den viktorianischen Rollenvorstellungen daran hindern, die ungezähmte Natur zu erkunden, sich von der Grenzenlosigkeit des Landes mitreißen zu lassen, sich ihrem Lebenshunger hinzugeben. Antonia ist klug, zielstrebig und schön. Wild entschlossen nimmt sie ihr Schicksal in die Hand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Tilman Spreckelsen ist nicht überzeugt von diesem Roman. Daran ändert auch Elke Schmitters offenkundig enthusiastisches Nachwort nichts, das den "scheinschlichten Stil" der Autorin preist und ihre "betörenden" Naturschilderungen. Nein, betörend ist wirklich nicht das Wort, das Spreckelsen dafür wählte. Willa Cather schwärmt vom ländlichen Nebraska wie ihr Held Jim, der in die Stadt ging und sich nun mit dreißigjährigem Abstand an die Jugend und seine einstige Freundin Antonia erinnert. Antonia ist geblieben, hat einen "braven Mann" geheiratet und wird als vielfache Mutter zur Verkörperung des Lands. Spreckelsen jedoch ist das alles zuviel. Er scheut sich nicht, den Überschwang als "Schwulst" zu beschreiben und weigert sich, bei der für seinen Geschmack übertriebenen "Verehrung von Sonne, Mond und Scholle" mitzutun.
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