Wilfried F. Schoeller

Döblin

Eine Biografie
Cover: Döblin
Carl Hanser Verlag, München 2011
ISBN 9783446237698
Gebunden, 911 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Wilfried F. Schoeller legt die erste umfassende Biografie über Alfred Döblin vor, den großen "Unbekannten" der Literaturgeschichte Deutschlands, der sich nie aus Thomas Manns Schatten befreien konnte. Das Werk zeigt einen Menschen, der als Arzt und Künstler, als Jude und Katholik, als Patriot und Sozialist in die Tragödien des 20. Jahrhunderts hineingezogen wurde. Schoeller führt die vielen, oft widersprüchlichen Facetten dieses Lebens vor. Und er macht deutlich, was es in Döblins gigantischem erzählerischen Kosmos noch zu entdecken gibt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2011

Allseits geschätzt, aber kaum gelesen - so schätzt Willi Jasper Alfred Döblins heutige Wirkung ein. Begrüßenswert ist deshalb die Biografie von Wilfried Schoeller, der streng chronologisch das Leben und Werk des Schriftstellers erfasst und dabei ein besonderes Augenmerk auf die vielen Schicksalsschläge legt, mit denen Döblin zu kämpfen hatte und die sein oeuvre geprägt haben. Selbstmorde von Bruder und Sohn, Beziehungskatastrophen und Exilerfahrung werden dargestellt und in Beziehung zu seinen Schriften gesetzt, wobei auch sein beruflicher Hintergrund als Nervenarzt eine wichtige Rolle spielte, wie der Rezensent betont. Trotz der Auswertung von neuen Quellen kann Schoeller in seiner "monumentalen" Lebensbeschreibung allerdings nicht mit neuen Enthüllungen aus dem Privatleben Döblins aufwarten, meint Jasper, der darüber aber nicht traurig ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.12.2011

Neue Döblinleselust gewinnt der Rezensent aus dieser wuchtigen wie wichtigen Biografie von Wilfried F. Schoeller. Dass es viel zu sagen gibt über Döblin, ahnte Steffen Martus ja, aber so viel? Dafür überschaut Schoeller Leben und Werk eines Autors, der das "Zwischendenstühlensitzen" zum Lebens- und Schaffensprinzip erhoben hat. Endlich!, ruft Martus, der Döblin schon ganz verschwunden geglaubt in den Falten der Literaturgeschichte. Bewundernswert erscheint ihm nun, wie Schoeller den spannungsreichen Zickzackkursen Döblins folgt, stets ausgewogen urteilend, mit Sympathie, aber nicht zu viel. Für wahr, findet er, 800 Seiten und kein Satz zu viel.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011

Für die "überfälligste aller Schriftstellerbiografien" hält Rezensent Wolfgang Schneider diese Abhandlung zu Leben und Wirken Alfred Döblins. Dass sich mit Wilfried F. Schöller nun ein Kulturjournalist (und kein Universitätsgelehrter) der Sache angenommen habe, hätte obendrein eine "gute Lesbarkeit" des Buches zur Folge. Schneider fasst in seiner langen Rezension die Lebensstationen Döblins noch einmal zusammen und verweist insbesondere auf die Vielseitigkeit und die enorme Produktivität des Autors, seine Prägung durch den Ersten Weltkrieg und seine Rivalität zu Thomas Mann. Mit den "Materialmassen" zu Döblins Leben werde Schoeller gut fertig, schreibt Schneider, der nicht zuletzt wegen der "pointierten Werk-Vorstellungen" große Lust auf Döblins Romane und Erzählungen bekommen hat. Und da der Dichter sich mit Äußerungen zu seiner Person stets zurückgehalten habe, sieht der Kritiker dem Buch auch ein leichtes Defizit "erzählerischer Zugkraft" nach.
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