Berlin sei Benzin, schrieb Alfred Döblin, und der "Mutterboden aller meiner Gedanken." Von der Gründerzeit bis zur Vertreibung durch die Nazis war der Schriftsteller und Nervenarzt rund 40 Jahre lang Augenzeuge des Aufstiegs Berlins zur Metropole, hat das Stadtleben reflektiert, scharfzüngig kommentiert und schreibend mitgestaltet. Der Streifzug durch Döblins Werke und seine Stadt führt zum Alexanderplatz, ins Scheunenviertel, ins Berliner Rathaus, in Krankenhäuser und ins Gefängnis, bis hinter die Vogesen und ins Berlin des 26. Jahrhunderts. Die Schauplätze des Romans Berlin Alexanderplatz bilden den roten Faden, denn seit 25 Jahren leitet Michael Bienert literarische Stadtspaziergänge auf den Spuren des Romanhelden Franz Biberkopf.
Nach "E.T.A. Hoffmanns Berlin" und "Kästners Berlin" hat sich Rezensent Marc Reichwein von Frank Bienert nun mit durch "Döblins Berlin" nehmen lassen. Der Kritiker schätzt die genaue Beobachtungsgabe des Autors, der ihn wie ein "literarischer GPS-Scout" auf unterhaltsame Art und Weise zu verschiedenen Handlungsplätzen oder biografischen Aufenthaltsorten führt und ihm ganz neue Perspektiven auf den Roman eröffnet. Bienerts "lebendiger" Erzählton macht das Vergnügen für Reichwein perfekt.
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