Von Emmanuel J. Bauer, Reinhold fartacek und Anton Nindl. Obwohl Suizid im öffentlichen und medialen Bewusstsein aus guten Gründen wenig Raum einnimmt, betrifft er doch sehr viele Menschen direkt oder indirekt. In allen großen Kulturen und Religionen der Erde war und ist Suizid eine Realität, die das moralische Empfinden immer schon herausforderte und nach einer adäquaten Einordnung in die gesellschaftlichen Systeme verlangte. In einer philosophischen Betrachtung erweist er sich als genuin menschliche Möglichkeit, Stellung zu nehmen zum eigenen Leben und Sterben. Neben der systematischen Darstellung unter philosophisch-theologischem, medizinischem, soziologischem und psychotherapeutischem Gesichtspunkt bieten die Autoren praktische Hinweise für den ärztlich-therapeutischen und pastoralen Umgang mit Suizidalen und Hinterbliebenen. Den Abschluss bildet ein Service-Teil mit Adressen aller wichtigen einschlägigen Institutionen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2012
Michael Pawlik prüft die Argumente des Salzburger Theologen und Philosophen Emmanuel J. Bauer gegen den Suizid und kommt zu dem Schluss, dass der Autor ausschließlich auf Basis theologischer Ethik argumentiert. Und der Mensch als Geschöpf Gottes hat sein Leben ihm zu Ehren zu erhalten. Anders sieht es mit dem Verhältnis zur sozialen Umwelt aus, ein Moment säkularer Ethik, wie Pawlik erkennt. Vom hier aus gelangt er mithilfe des Autors zu der Feststellung, dass die Freiheit der Entscheidung bei Suizidwilligen kaum zum Tragen kommt und ebensowenig moralische Relevanz.
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