Herausgegeben von Corry Guttstadt, Seyda Demirdirek, Elke Hartmann. Mit einem Vorwort von Hans-Lukas Kieser. Dieses Buch will in Form einer literarischen Anthologie ein Zeichen gegen das Vergessen setzen und an den Genozid an den Armeniern erinnern, aber auch das Leben dieser Bevölkerungsgruppe vor und nach dem Ersten Weltkrieg darstellen. Es präsentiert vor allem literarische, häufig autobiografisch geprägte Texte, die einen Eindruck der vielfältigen Lebensrealitäten in Anatolien vermitteln. Weitere Texte schildern die Lebensbedingungen der überlebenden Armenier in der Türkei, in der das Verbrechen bis heute von staatlicher Seite geleugnet wird. Ein Vorwort von Hans-Lukas Kieser zu den Hintergründen des Völkermords sowie eine Nachbetrachtung zur Erinnerungspolitik in der Türkei runden den reich illustrierten Band ab.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.04.2015
Es ist den Herausgebern Elke Hartmann und Corry Guttstadt ein Anliegen, mit dem Band "Wege ohne Heimkehr" die zahlreichen Lebenswelten von Armeniern im Osmanischen Reich darzustellen, um der ausschließlichen Befragung nach dem Völkermord durch ein komplexeres Bild der damaligen Gesellschaft beizukommen, berichtet Christian H. Meier. Das gelingt ihnen nur teilweise, so der Rezensent. Zwar können die versammelten literarischen und autobiografischen Quellen samt begleitender Essays, Fotos, Karten und Erläuterungen tatsächlich Aufschluss über die Bandbreite der damaligen Biografien geben, das Hintergrundrauschen des Völkermords durchzieht den Band jedoch ständig, erklärt Meier, was allerdings nicht als Schwäche zu sehen ist, da so auch das anhaltende Trauma Gestalt gewinnt.
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