Robert Leicht ist außerordentlich angetan von der Neuübersetzung des Paulusbriefes an die Römer. In seiner sehr knappen Kritik zeigt er sich angesichts der Gefahren, die ein solches Unternehmen birgt, beeindruckt von der souveränen Leistung und lobt die "klug erläuternden Paraphrasen" von Jens. Trotzdem empfiehlt Leicht am Ende, eine nah am Text bleibende Übersetzung zum Vergleich hinzuzuziehen, was aber seiner Begeisterung keinen Abbruch tut.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.05.2001
Alles an dieser Römerbrief-Version ruft: "Lies und lies weiter und begnüge dich nicht mit ein paar Versen!" So sagt es Harry Wassmann in seiner euphorischen Besprechung. Der wohl wirkungsvollste Brief der europäischen Geistes- und Religionsgeschichte ist ihm hier als eine "wirkliche Neuerscheinung" auf den Tisch gesegelt, "die auch zum Verständnis der vorhandenen Übersetzungen beiträgt." Was macht den 2000 Jahre lang "so vernutzten und abgelesenen" Brief nun wieder lesenswert? Dass Jens die dogmatische Formelsprache und den Bibelkanon links liegen lässt etwa - keine Stellenverweise und "fettgedruckten Merksprüche", keine Versangaben -, aber auch, dass er es versteht, "mit rhetorischem Gespür", Paulus hörbar zu machen. Der Römerbrief, so Wassmann, wird wieder zu einem Gesprächsbeitrag, in dem Für und Wider laut werden.
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