Elaine Pagels

Apokalypse

Das letzte Buch der Bibel wird entschlüssel
Cover: Apokalypse
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406646607
Gebunden, 219 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Rita Seuß. Die Offenbarung des Johannes gibt viele Rätsel auf: Was bedeutet die Zahl 666? Wer ist die große Hure Babylon? Wie kündigt sich das Weltende an? Und wer hat das Buch überhaupt geschrieben? Elaine Pagels betrachtet die Schrift im Vergleich mit anderen frühchristlichen Apokalypsen, erklärt ihre einzigartige politische Bedeutung und bietet so einen neuen Schlüssel zum Verständnis des geheimnisvollsten Buches der Bibel. Elaine Pagels zeigt, wie es am Ende des ersten Jahrhunderts entstanden ist, wer die Anhänger der unterschiedlichen Offenbarungen waren und warum ihre Schriften unterdrückt und bis zu ihrer Wiederentdeckung im 20. Jahrhundert vergessen wurden. Was die Johannes-Apokalypse als einzige rettete, war ihre flexible politische Einsetzbarkeit: Die "Bösen" waren ursprünglich die Anhänger des Apostels Paulus, konnten aber auch die Juden, Römer, Häretiker oder Heiden sein. Krieg, Verfolgung und Katastrophen erhalten durch die Apokalypse plötzlich einen Sinn. Gerade das macht sie bis heute zum allergefährlichsten Buch der Bibel.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2014

Die Untersuchung der Johannes-Offenbarung durch die Gnostik-Forscherin Elaine Pagels liest Otto Kallscheuer vor dem Hintergrund bekannter Trennungskonflikte zwischen Juden, Judenchristen und Heidenchristen. Die Behauptung, dass Johannes in Chiffren die eigene Gegenwart dokumentiert, wie ihm die Autorin erläutert, möchte Kallscheuer zwar mit Vorsicht genießen. Pagels' gleichsam Kirche und Klerus ausstechendes Eintreten für einige aus der Frühphase des Christentums stammenden apokryphen Alternativen zur orthodoxen Auslegung jüdischer oder jesuanischer Heilsbotschaften scheinen ihm jedoch sympathisch zu sein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2013

Schön streitbar findet Bernd U. Schipper die These der Religionshistorikerin Elaine Pagels, derzufolge die Aufnahme der Johannesoffenbarung in die Bibel eine fragwürdige Sache sei. Pagels rein historische Lesart der Offenbarung, die um klare Antworten nicht verlegen ist, wie Schipper staunt, und konkrete Zeitbezüge herstellt, führt den Rezensenten allerdings nicht zu einer genauen Analyse biblischer Bildwelten, sondern zu einer Reduktion alttestamentarischer Bezüge. Indem die Autorin die Offenbarungsgeschichte auf den Kampf zwischen Gut und Böse reduziert, um eine Linie zu späteren Fanatikern der Kirchengeschichte herzustellen, gehen laut Schipper allerdings wichtige Details verloren. Ebenso kritisch sieht der Rezensent die vielen Ungenauigkeiten im Text, die für ihn Pagels brillanten Stil leider immer wieder unterlaufen.
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