Walter Grond

Der gelbe Diwan

Roman
Cover: Der gelbe Diwan
Haymon Verlag, Innsbruck 2009
ISBN 9783852185965
Gebunden, 320 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Walter Grond stellt keine geringere Frage als die, wie unsere Welt am Beginn des 21. Jahrhunderts funktioniert und führt statt einer einfachen Antwort tief hinein in den Großstadtdschungel, wo Menschen sich begegnen und verlieren, wo Ideen und Identitäten, Geschichten und Erinnerungen aufblitzen und verglühen, wo alles verbunden ist und doch jedes Leben für sich steht: Der Reiseschriftsteller Paul Clement bereitet sich auf eine Reise vor, die ihn auf den Spuren Gustave Flauberts durch Ägypten führen soll, als er vom Selbstmord seines ehemaligen Freundes Johan erfährt. Die Reise zu seinem Begräbnis wird zu einer Reise zurück in seine Bohemejahre, in eine Zeit, in der alles möglich und alles erklärbar erschien, in der man genau wusste, wofür und wogegen man kämpfte. Die Gegenwart scheint Clement dagegen immer rätselhafter, je genauer er sie betrachtet: Immer mehr geheimnisvolle Zufälle und Zusammenhänge glaubt er zu erkennen, und ausgerechnet Gustave Flaubert scheint ihm eine Erklärung dafür zu bieten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2010

Anziehend und verstörend zugleich findet Daniela Strigl diesen Roman von Walter Grond. Dazu gehört das Ausloten gesellschaftlicher Entwicklungen in den Randzonen Europas, seiner Sprache und Religionen in der Zeit zwischen 1973 bis 2004 ebenso wie der Wechsel zwischen Beschreibungsdichte und Unschärfe, zwischen Realitätswut und ästhetischen Anachronismen. Ein ehrgeiziges Projekt nennt Strigl das auch und zwar durchaus mit Bewunderung für den ambitionierten Autor, dem hier ein, wie sie schreibt, komplexes und opulentes Buch gelungen ist.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2010

Da hat Franz Haas sich ganz schön reinknien müssen. Der Roman von Walter Grond, den laut Haas ein gewissenhafteres Lektorat noch besser hätte machen können, haut den Rezensenten mit all seiner Welthaltigkeit schier um. So überladen mit "Weltthemen" (Intimrasur, islamistischer Terror) der Text ihm erscheint, so differenziert findet er das Bild "unserer Zeit", das dabei zustande kommt, wenn Grond gleich mehrere Lebensgeschichten aus den Jahren 2003 bis 2008 erzählt. Zwar weiß Haas weder, wo die Geschichten spielen (Wien, Kairo, Istanbul?), noch kann er sich auf einer einzigen zeitlichen Ebene ausruhen (sie wechseln ständig). Doch Gronds Erzähler hilft, ist allwissend und ironisch, verbreitet psychologische Spannung und kommt mit Figuren, die laut Haas so raffiniert konstruiert sind, dass die Fülle der Ereignisse schon zusammenhält. Für Haas liegt hier ein Buch vor mit originellen Perspektiven auf das neue Jahrtausend.
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