18 Monate untersucht der SS-Ermittlungsrichter und Polizeibeamte Dr. Schmelz 1943/44 die Verhältnisse im KZ Buchenwald. Ausgerüstet mit einem personen-gebundenen Geleitbrief hat er freie Einsicht in alle Bereiche des Lagers. Noch im Winter 1944 wird der Kommandant des Konzentrationslagers, Karl Koch, in einem Geheimprozess wegen Wehrkraftzersetzung, Unterschlagung und Mord zum Tode verurteilt. Schmelz überführt mit Koch einen Mann, der sich mit Himmler duzt. Dies gelingt dem Juristen mit dem besten Diplom seines Jahrgangs, weil er nach hartem Ringen mit sich selbst zum Mörder an zwei sowjetischen Kriegsgefangenen wird: Er beweist mit dem "Prinzip der Ausschließlichkeit" persönlich motivierte Morde - mit Mord.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2009
Ausdrücklich geht der Rezensent Christopher Schmidt auf die in der FAZ erschienene Kritik dieses Romans ein, die ihn als "geschmacklosen Schund" abgeurteilt habe. Dagegen nimmt Schmidt das Werk ausdrücklich in Schutz. Die fiktionalisierte wahre Geschichte des SS-Richters, der den Lagerkommandanten von Buchenwald (natürlich) nicht wegen Mordes, sondern wegen Korruption verurteilte, ist an sich schon eine so "aberwitzige" wie lehrreiche Angelegenheit. Aber auch was Altwasser daraus mache, sei immer wieder sehr interessant. Verschweigen will allerdings auch Schmidt die Schwächen nicht, etwa den Hang zur symbolischen Überdeutlichkeit. Was aber auf jeden Fall Lob verdiene, sei das Bemühen des Autors, als Nachgeborener die Geschichte des Dritten Reichs aus der Perspektive "eines typischen Opportunisten" zu erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2009
Kolja Mensing bleibt bewundernswert ruhig angesichts der "vierhundert Seiten Schund", die ihm der Autor zumutet. Dabei ist die historisch belegbare Geschichte des SS-Richters Konrad Morgen, die Volker Harry Altwasser hier zu "Literatur" zu verarbeiten bemüht ist, schon skandalös genug. Bei Altwasser wird die Figur zur den Jargon nationalsozialistischer Propaganda pflegenden "Knallcharge", die Dialoge klingen für Mensing wie aus einem "aus der Spur gelaufenen Heinz-Rühmann-Film". Insgesamt erscheint ihm das Buch als geschmacklose Parodie auf den Holocaust, das die Verbrechen der Nazis mit flotten Sprüchen kommentiert. Um so schlimmer, als Mensing den Stoff durchaus ernst nimmt. Die Brisanz der historischen Begebenheiten um den des Mordes an sowjetischen Kriegsgefangenen beschuldigten Morgen hätte seiner Meinung nach eine ernsthafte Beschäftigung gefordert.
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