Dreimal sah sich die geschlossene Gesellschaft Japan durch äußere Faktoren geöffnet: durch die schwarzen Schiffe Commodore Perrys, durch die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und durch das Internet. Das vorliegende Buch stellt diese Topoi in den Kontext einer Mediengeschichte Japans von den Anfängen der Schrift und des Buchmarktes über Telegraphie und Rundfunk bis zu Videospielen und Internet. Parallel dazu zeichnet es den Wandel im Selbstverständigungsdiskurs über die japanische Nation und das japanische Individuum nach. Von beiden Seiten aus untersucht es den Zusammenhang von Sinnsystemen und Kommunikationsnetzen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2003
Vor 150 Jahren erzwang Amerika die Öffnung Japans. Seitdem verlief dort eine Modernisierung in beispielloser Geschwindigkeit. Für Rezensent Ludger Lütkehaus nur ein Beispiel für die Dialektik von Schließung und Öffnung, von technologischer Traumatisierung und kompensatorischer Reaktion, die Japans Geschichte prägt. Dieser Dialektik geht Volker Grassmuck nun in Bezug auf die medialen und diskursiven Aspekte in seiner "informativen Studie" nach, berichtet Lütkehaus. Obwohl manchmal in einem sehr medienwissenschaftlichen und diskursanalytischen Jargon verfasst, findet Lütkehaus Grassmucks Arbeit im Ganzen "überaus ergiebig". Sie liefere die Paradigmen, so Lütkehaus, "anhand deren wie bei keinem anderen Land die innere Spannung im Prozess der Modernisierung und der mit ihr einhergehende Schock rekonstruierbar werden."
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