Stephen Walker

Hiroshima

Countdown der Katastrophe
C. Bertelsmann Verlag, München 2005
ISBN 9783570008447
Gebunden, 400 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

6. August 1945, 9.15 Uhr und 20 Sekunden: Der vierjährige Shinichi Tetsutani spielt im Garten mit einem roten Dreirad, das er am Vortag zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. General Leslie Groves beißt wartend in ein Stück Schokolade. Der junge Arzt Sawachika begrüßt seine Kollegen im Krankenhaus. Major Tom Ferebee kippt einen Schalter am Amaturenbrett der B29. 42 Sekunden vergehen - dann explodieren tausend Sonnen über dem Herzen einer Stadt. In millionstel Sekunden sind 100 000 Menschen ausgelöscht - und das Grauen der Menschheitsgeschichte hat für immer einen Namen: Hiroshima. 60 Jahre danach erzählt Stephen Walker das Drama Hiroshima als historischen Thriller.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2005

Kritisch geht Volker Zastrow mit Stephen Walkers Buch "Hiroshima. Countdown der Katastrophe" ins Gericht. Vor allem dem Vergleich mit John Herseys wieder aufgelegter Reportage über den Atombombomenabwurf auf Hiroshima aus dem Jahr 1946 kann Walkers Buch seines Erachtens nicht standhalten. Er beurteilt es als ein "modernes und informatives Hiroshima-Buch", in dem alles auf Wirkung angelegt, die Handlung auf die Filmdarstellung hin optimiert und der Stil betont literarisch sei. Dennoch oder gerade deshalb vermittle das Buch den Eindruck einer "gekünstelten Glätte und Oberflächlichkeit". Der Rezensent geht mit Blick auf Walkers Hiroshima-Buch abschließend so weit, die Frage aufzuwerfen, "ob die Sprache unserer Gegenwart in ihrer flotten Gefälligkeit nicht etwas Unmenschliches enthält".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.08.2005

Gefesselt und verstört zugleich zeigt sich Bernd Greiner von diesem Tatsachenthriller des britischen Dokumentarfilmers Stephen Walker, der aus der Perspektive der beteiligten Wissenschaftler, der Piloten und schließlich der Opfer den Bau, den Test und den Abwurf der Atombombe rekonstruiert. Wahrscheinlich wird dieses Buch nicht allen historischen Ansprüchen genügen, räumt Greiner ein. Er findet es aber "konkurrenzlos" in seiner Beschreibung des Enthusiasmus, mit dem diese mörderische Waffe entwickelt und eingesetzt wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2005

Gar nicht zufrieden ist Rezensent Jürgen Zimmerer mit Stephen Walkers Buch über Hiroshima, das zum sechzigsten Jahrestag des Abwurfs der ersten Atombombe erscheint. Dabei kann er ihm gar nicht vorwerfen, dass er das Leiden der Opfer missachtet, räumt Zimmerer ein, und doch stört er sich daran, wie Walker die Geschichte des Manhattan-Projekts als die einer "wissenschaftlichen Großtat" erzählt. Zwar könne man sich bei der Lektüre keinerlei Illusionen über die Hybris machen, die die beteiligten Wissenschaftler leitete, meint Zimmerer (offenbar wollten sie bei einer Testzündung Zehntausende von Toten in Kauf nehmen), doch bei all den Anekdoten und amourösen Abenteuer, die Walker hier erzähle, ging dem Rezensenten der Blick aus Wesentliche verloren, nämlich dass es sich beim Atombombenabwurf um eines der "größten Kriegsverbrechen der Menschheitsgeschichte" handelte.