Virginie Despentes

Das Leben des Vernon Subutex 3

Roman
Cover: Das Leben des Vernon Subutex 3
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2018
ISBN 9783462051537
Gebunden, 416 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. Die Attentate von Paris verändern alles. Im dritten und letzten Teil ihrer Vernon-Subutex-Trilogie führt Virginie Despentes ihre Figuren und die Leser in das Frankreich der Attentate vom 13. November 2015 - und damit ins Herz eines gesellschaftlichen Traumas. Zunächst sieht eigentlich alles geradezu idyllisch aus. Die Gruppe um Vernon hat Paris verlassen und lebt an wechselnden Orten auf dem Land. Dort werden sogenannte 'Convergences' abgehalten, total angesagte Raves, zu denen man aber nur mit persönlicher Empfehlung zugelassen wird. Klar, dass jeder dorthin will und 'tout Paris' versucht, eine Einladung zu ergattern. Doch auch dies ist nicht das Paradies, es gibt Misstrauen und Eifersüchteleien, die Gruppe zerfällt. Dann kommt der 13. November 2015 - die Attentate von Paris - und die Stimmung ändert sich vollkommen. Jede der Figuren ist in irgendeiner Weise - direkt oder indirekt - betroffen von den Ereignissen. Jede muss für sich versuchen einen Weg zu finden, damit umzugehen. Und natürlich führen diese Wege am Ende nicht alle in dieselbe Richtung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2018

Paul Jandl jubelt über den Abschluss von Verginie Despentes' Vernon-Subutex-Trilogie. Wenn der zweite Band vielleicht ein wenig auf der Stelle trat, nimmt der dritte Band wieder richtig Fahrt auf, versichert Jandl. Die Truppe aus Filmproduzenten und Pornoqueens, Bankern und Vorstadtmüttern, die sich um den einstigen Plattenverkäufern Vernon Subutex schart, hat ihre Zelten nun außerhalb von Paris aufgeschlagen, verrät Jandl, wo Despentes sie umso schutzloser den Kräften der Boshaftigkeit, den enttäuschten Idealen und der "Libertinage der Grausamkeit" aussetzen kann. Wie Despentes die Erosionsprozesse in Kultur und Politik mit ihren "glitzernd-hyperrealistischen Charakterstudien" verindet, ringt dem Rezensenten höchste Bewunderung ab. Wenn Dogmatismus und Aggression steigen, sinkt der Pegelstand in den Schnapsflaschen, lernt Jandl von der lebensklugen und versiertern Autorin - und in den Nobelquartieren wird das Koks feiner.
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