Victor Trimondi, Victoria Trimondi

Hitler, Buddha, Krishna

Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute
Cover: Hitler, Buddha, Krishna
C. Ueberreuter Verlag, Wien 2002
ISBN 9783800038879
Gebunden, 640 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Dieses Buch versucht mithilfe einer Fülle von Quellen aus Archiven und NS-Schriften die "religiöse" Bewegung im Nationalsozialismus zu durchleuchten. Diese begeisterte sich - nach einer "metaphysischen Verankerung" für das Dritte Reich suchend - für die fernöstlichen Philosophien, Mythologien, Visionen und Dogmen. Denn dort konnten sie künstlich Wurzeln für die NS-Ideologie schaffen, wie zum Beispiel für die Verherrlichung des Krieges, die Apotheose des Führers und die Vergöttlichung der arischen Rasse. Das Buch schafft so einen Anhaltspunkt für die längst fällige Kulturdebatte über die unheilige Allianz zwischen dem westlichen Faschismus und den östlichen Kriegerreligionen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2003

In seiner Besprechung klärt Jürgen Elvert den Leser zunächst darüber auf, dass sich hinter dem Pseudonym der Autoren dieses Buches, hinter dem "Kulturkritikerpaar" Trimondi also, der ehemalige 'konkret'-Verleger Herbert Röttgen und seine Frau verbergen. Diese haben außerdem, erfährt man weiter, vor einigen Jahren schon eine "ebenso kritische wie umstrittene" Untersuchung zum tibetanischen Buddhismus vorgelegt hat, dem sie darin, entgegen des weit verbreiteten Eindrucks von dieser Religion, "nicht nur eine explizit kriegerische" Grundhaltung vorwarfen, "sondern sogar Weltherrschaftsambitionen". Das besprochene Buch nun, mit dem die Trimondis diesen Gedankengang fortsetzen würden, bestätige "auf eindrucksvolle Weise", urteilt Elvert, dass die Nationalsozialisten, und vor allem die Kreise um Himmler, auf der Suche nach Bestätigung für ihre "Vorstellungen vom Wesen der nationalsozialistischen Weltanschauung im allgemeinen und vom Ordenscharakter der SS im besonderen" gerade im Buddhismus und Hinduismus fündig wurden. Nur den weiteren Folgerungen der Autoren mag der Rezensent dann nicht mehr folgen, den Vermutungen über das aktuell noch immer mächtige Fortwirken des in den dreißiger Jahren von den Nazis "angerührten ideologisch-religiösen Gebräus" etwa.
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