Valeska von Roques

Verschwörung gegen den Papst

Warum Ali Agca auf Johannes Paul II. schoss
Cover: Verschwörung gegen den Papst
Karl Blessing Verlag, München 2001
ISBN 9783896671028
Gebunden, 253 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

13. Mai 1981 auf dem Petersplatz in Rom: Der Türke Ali Agca schießt auf Papst Johannes Paul II. und verletzt ihn lebensgefährlich - ein Jahrhundertverbrechen mit tief greifenden politischen Folgen. Bald darauf erfährt die Öffentlichkeit, der Urheber des Angriffs sei der sowjetische Geheimdienst KGB gewesen, der bulgarische Geheimdienst habe als Erfüllungsgehilfe und Ali Agca als Instrument gedient. Die langjährige Spiegel-Korrespondentin Valeska von Roques legt nun Beweise vor, das jene, die das Attentat inszenierten, ganz woanders zu suchen sind.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.06.2001

Hansjakob Stehle zeigt sich geteilter Meinung über dieses Buch. Denn einerseits lobt er die Spannung und die "teils überzeugenden" Erkenntnisse, die die Autorin hier vermittele. Doch andererseits scheint sich von Rocques bisweilen in wenig plausiblen Theorien verheddert zu haben. Interessant findet Stehle, dass die Autorin Zugang zu den Akten des Ermittlungsrichters Rosario Priore gehabt hat, der viele Jahre lang versucht hat, die Hintergründe des Papst-Attentats aufzuklären. Hier haben sich, wie der Leser erfährt, zahlreiche Hinweise auf geheimdienstliche und politische Machenschaften ergeben. Doch darüber hinaus bewege sich die Autorin auch in einer recht fragwürdigen "Flut von Enthüllungsliteratur", die nach Stehle kaum zur Aufklärung des Attentats beiträgt. Als Beispiel dafür nennt der Rezensent die "im Gefängnis geschriebenen Memoiren des kriminellen italienischen Geheimdienstlers Pazienza", der eine Verschwörung im vatikanischen Hofstaat vermutet. Wer nun wirklich hinter dem Attentat steckt (auch amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter werden von der Autorin beschuldigt), scheint bei der Lektüre nicht wirklich enthüllt zu werden.