Valerie Schönian

Ostbewusstsein

Warum Nachwendekinder für den Osten streiten und was das für die Deutsche Einheit bedeutet
Cover: Ostbewusstsein
Piper Verlag, München 2020
ISBN 9783492061872
Gebunden, 272 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Valerie Schönian kam Ende September 1990 in Sachsen-Anhalt zur Welt - wenige Tage vor der Wiedervereinigung. Sie wurde geboren in einem Staat, der kurz darauf nicht mehr existierte. Lange dachte sie, Ost und West spielen keine Rolle mehr. 2020 feiert Deutschland 30 Jahre Wiedervereinigung, doch je länger die Mauer gefallen ist, desto ostdeutscher fühlt sich Valerie Schönian. Und damit ist sie nicht allein. Woher kommt das neue Ost-Bewusstsein, warum halten sich alte Klischees so hartnäckig, und was sagt das über die Deutsche Einheit aus? Um Antworten zu finden, sprach Valerie Schönian mit Soziologen, Politikern und Vertretern ihrer und älterer Generationen aus West und Ost, darunter Lukas Rietzschel, Jana Hensel und Philipp Amthor.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.06.2020

Rezensent Norbert Pötzl hält nichts von Valerie Schönians These, dass Ostdeutsche benachteiligt seien oder ihre Lebensleistung nicht anerkennt wird. Zum Glück, meint Pötzl, spricht Schönian in ihrem Buch mit vielen Leuten, die ihrer These ebenfalls widersprechen: CDU-Jungpolitiker Philipp Amthor etwa oder Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß. Dass sich selbst Schönians eigener Vater gegen das "ganze Umhergelalle" wehre, verbucht Pötzl mit Befriedigung. Ratlos fragt man sich nach seiner Rezension, wozu hier wer welchen Aufwand betreibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2020

Frank Pergande kann nichts anfangen mit dem Buch von Valerie Schönian, das er als "Befindlichkeitsliteratur" oder "Zeitgeistgeschwätz" abtut. Seiner Meinung nach vermittelt die Autorin mit ihrem Versuch, ihr Geburtsland DDR zu verstehen, nichts als das Lebensgefühl einer Spätgeborenen, die "zufällig im Osten" aufwuchs. Wenn Schönian Freunde, Omas, Politiker, Journalisten und Musiker in Ost und West trifft, um herauszufinden, was der Osten ist, kommt für Pergande nicht viel dabei rum, höchstens Angelesenes und die naive Schwärmerei für die Errungenschaften der DDR. Und dass sie in Plattenbauten Schönheit sieht, gibt dem erregten Kritiker den Rest.
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