Valeria Parrella

Die Signora, die ich werden wollte

Erzählungen
Cover: Die Signora, die ich werden wollte
SchirmerGraf Verlag, München 2005
ISBN 9783865550170
Gebunden, 178 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Constanze Neumann. Ausgezeichnet mit dem Premio Campiello 2004 für das beste Debüt. Valeria Parrellas Heldinnen sind selbstbewußte, sensible junge Frauen, die sich in der Stadt behaupten müssen, die für alle außerhalb Kult ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.08.2005

Rolf Vollmann hatte sich eigentlich bei den Erzählungen der italienischen Autorin Valeria Parrella so etwas wie die Texte von Cesare Pavese vorgestellt, nur eben aus weiblicher Sicht. Er gibt zu, dass die Geschichten, in denen sich die Autorin in "verschiedenste Frauenrollen" hineinversetzt, durchaus "locker, lässig und cool" sind und mitunter auch durch unerwartbare Wendungen und "romantisch-poetische" Formulierungen zu "überraschen" vermögen. Der zugegeben "erfrischende Stil" erinnert den Rezensenten an sozialkritische Romane der 60er und er fügt etwas boshaft hinzu, dass derlei heutzutage wieder in "Schreibseminaren" gelehrt würde. Vollmann geht dann auch davon aus, dass Parrella ihre Schreibweise dort gelernt hat, und er vermutet, dass die Übersetzerin durch die gleiche Schule gegangen ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2005

Sechs Erzählungen aus Neapel, sechs neapolitanische Hauptfiguren und eine dort geborene Autorin, das alles ergibt, so Rezensentin Maike Albath, ein "Neapel jenseits des Klischees". Entscheidend für Valeria Parrellas Kunst, aus "Licht, Krach, Schmutz, Dialekt und Camorra" ein Lebensgefühl erstehen zu lassen, so die Rezensentin, ist die Sprache ihrer Figuren. Etwa wenn in der Titelgeschichte über die wohlkalkulierte Karriere einer Straßengöre zur wohlhabenden Signora, deren Herkunft immer noch verräterisch in ihrer Sprache aufblitze. "Schnell, gierig, abgehackt", zwischen Hochsprache, Dialekt und unvollständigen Sätzen spielend springend, vermittle sie eine Vorstellung von der Vitalität der Neapolitaner. Ein gleichermaßen hohes Lob erhält Parrella für den Aufbau ihrer Geschichten. Sie sind keineswegs auf "Pointe" geschrieben und enden häufig mit einer neuen Frage, so Albath. Allein die deutsche Übersetzung des "schnoddrigen Tonfalls" findet sie ein wenig zu "brav geglättet".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2005

Valeria Parrellas Erzählungen handeln von jungen Frauen in Neapel, die allesamt nicht "auf Rosen gebettet" seien und drum auch in Herzensangelegenheiten keine falsche Illusionen hegten. Die Autorin habe eine "gelungene Abrechnung mit der Frauenprosa der letzten Jahre" geschrieben, erklärt Rezensentin Silja Ukena. Völlig zu Recht würde sie als "Star" unter den spärlich gesäten Jungautoren Italiens gehandelt, denn die Erzählungen seien "eigenwillig" und "herb im Ton", und könnten durchaus im "europäischen Vergleich" mithalten. Ein Song-Zitat im Buch erscheint der Rezensentin symptomatisch sowohl für die Autorin als auch für ihre Heldinnen: "Entweder stürzt du ab, oder du fliegst."
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