Aus dem Russischen von Volker Weichsel. Ein skandalöses Faktum der europäischen Politik gerät periodisch aus dem Blick: an die EU-Außengrenze stößt ein aus der Zeit gefallenes Land - das von Machthaber Lukaschenko autoritär regierte Belarus, die frühere weißrussische Sowjetrepublik. In einem Essay, der profunde historische Analyse mit provokanten Thesen verbindet, befasst Valentin Akudowitsch sich mit den Ursachen der notorisch schwachen Identität seines Landes. Dem von Regierung und demokratischer Opposition favorisierten Verständnis einer weißrussischen Nation setzt er die Idee eine Staates von freien und gleichen Bürgern unterschiedlicher Herkunft und Sprache entgegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2013
Ilma Rakusa zeigt sich erfreut über die nun vorliegende deutsche Übersetzung von Valentin Akudowitschs 2007 erschienenen Essay über Weißrussland. Der Minsker Philosoph bietet in ihren Augen wichtige Einsichten in die Widersprüche des krisengeschüttelten, von diktatorischen Verhältnissen geprägten Landes. Er vermittelt für sie zudem einen fundierten Einblick in die schwierige Geschichte Weißrusslands. Im Zentrum sieht Rakusa das Thema Nation: überzeugend führe der Autor vor Augen, dass Weißrussland ethnokulturell nie homogen war. Akudowitschs Kritik an den nationalistischen Tendenzen der Opposition und an der Vorstellung, dass die Lukaschenko-Regierung allein für die Misere des Landes verantwortlich sei, kann die Rezensentin ebenso nachvollziehen wie sein Plädoyer für mehr bürgerliche Aufklärung und Emanzipation.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…