Die Chancen und Risiken genetischer Diagnostik an Emryonen werden in Europa kontrovers diskutiert. Gegner der in Deutschland bisher rechtlich verbotenen Präimplantationsdiagnostik warnen vor Formen der Manipulation an Embryonen. Befürworter sehen in der Methode neue Möglichkeiten der Krankheitsbekämpfung. Uta Ziegler stellt die medizinische Technik vor und analysiert die Erfahrungen, die in England gemacht wurden. Gleichzeitig leistet sie einen wichtigen Beitrag zur ethischen Diskussion des Themas.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2004
Die Autorin Uta Ziegler gibt nach Meinung von Michael Pawlik ein gutes Beispiel dafür ab, mit welch "eigentümlicher Verdruckstheit" sich hierzulande die bioethische Literatur präsentiert. Verdruckst findet Pawlik Zieglers in seinen Augen eher unehrliche Argumentationsweise: da müssten alle Seiten gehört, alle Aspekte bedacht, alle Interessen abgewogen werden, paraphrasiert er die Autorin, um dann im Konfliktfall doch einem der Prinzipien auf moralisch fragwürdige Weise ein Vorrecht einzuräumen und die Schutzwürdigkeit des Embryos in Frage zu stellen. Gerade England, so Pawlik, das in Sachen Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, eine Vorreiterrolle spielt und dessen Situation diesbezüglich Ziegler im ersten Teil ihres Buches ausführlich erörtert, gehe ehrlicher mit diesem heiklen Punkt um. In England, erläutert der Rezensent, habe sich die Position durchgesetzt, dass dem Embryo in den ersten 14 Tagen seiner Entwicklung die Personalität abgesprochen wird. Wer wie Ziegler die PID "haben will", lautet Pawliks Schlussfolgerung, der müsse ehrlicherweise auch zu dieser Position stehen. Soviel mache ihr Buch auf unfreiwillige Weise noch einmal deutlich.
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